Millionen in den Sand gesetzt? So ist der Stand von Samuel Mbangula bei Werder
Von Leonard Schmidt

Mit zehn Millionen Euro ist Samuel Mbangula der zweitteuerste Transfers der Vereinsgeschichte von Werder Bremen. Diese enorme Ablöse fällt ausgerechnet in eine Phase, in der die Transferpolitik des Vereins zunehmend in der Kritik steht. Außer Mbangula gab es nämlich keine weiteren Fest-Verpflichtungen, sondern lediglich Leihen.
Vor allem die bisherigen Einsatzzeiten rücken den Neuzugang immer näher an die Diskussion um einen Transfer-Flop. Bisher sammelte er nur 928 Einsatzminuten, und unter dem neuen Trainer Daniel Thioune gab es noch keinen Einsatz in der Startelf.
Sollte Mbangula mehr Zeit bekommen?
Dabei wirkt der junge Angreifer wie genau das Profil, das Werder aktuell vermisst: ein schneller, kreativer Offensivspieler, der mit gezielten Dribblings für entscheidende Szenen im Strafraum sorgen kann. Allerdings passt er nicht zum aktuellen taktischen System, dass die Grün-Weißen spielen lassen.
Thioune erklärte nach dem Bayern-Spiel über ihn: "Wir sehen auf der einen Seite die Qualität am Ball, auf der anderen aber das Potenzial gegen den Ball. Da kann er von den Großen lernen. Wenn beispielsweise Harry Kane und Lennart Karl hinterhergehen, dann ist das etwas, was wir uns bei Samuel auch wünschen." Damit ist zumindest klar definiert, worauf es in seiner Entwicklung ankommt.
Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer sagte zudem: "Wir wissen um seine Qualität. Aber er ist jung, da ist es klar, dass ihm die Stabilität und Konstanz noch fehlt. Er hat Spielphasen, in denen er sich verbessern muss. Das steht außer Frage. Er muss an seinem Defensivverhalten arbeiten. Er hat schon gezeigt, dass er den Unterschied machen kann. Wir haben in sein Potenzial investiert. Wir helfen ihm dabei, noch stabiler zu werden. Man wünscht sich immer, dass alles schneller geht. Aber er ist da, wo er realistisch sein kann."
Nächster Transferflop für Werder?
Auf jeden Fall lässt sich das Potenzial und Talent des jungen Belgiers nicht wegdiskutieren. Trotzdem bleibt die Frage, wie sinnvoll ein solcher Neuzugang in dieser Form war. Eine so hohe Summe ist für einen Verein wie Werder Bremen ein enormes Risiko. Deshalb sind die Alarmleuchten auch umso greller, wenn er, wie aktuell, an einer Formschwäche leidet.
Solche Transfers in junge Talente sind eigentlich eher vom FC Bayern München oder von Borussia Dortmund zu erwarten. Dort lassen sich solch große Summen in Talente investieren, ohne dass ein enttäuschender Verlauf sportlich sofort gefährlich wird. Für Werder ist es dagegen entscheidend, dass eine solche Investition einschlägt. Doch das geht nur, wenn sie auch die nötige Spielzeit bekommt, um sich entwickeln zu können.
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