Die Vertragsverlängerung bis 2030, ausdrücklich ohne eine Ausstiegsklausel, war für beide Parteien eine Win-Win-Situation: Der FC Schalke bindet ein Eigengewächs, kann auf das Entwicklungspotenzial setzen und so zunächst sportlich wie später vielleicht auch finanziell davon profitieren – und Mertcan Ayhan in einem gewohnten wie von ihm auch geliebten Umfeld seine noch junge Karriere weiter angehen.
Doch zu Saisonbeginn zeichnet sich ein Dilemma ab: In der Innenverteidigung sind Hasan Kurucay, Nikola Katic und Timo Becker soweit gesetzt. Obwohl Miron Muslic bereits mit drei Innenverteidigern aufspielen lässt, ist Mertcan Ayhan zunächst außen vor. Der 20-Jährige, der am ehesten die Position von Becker übernehmen würde, aber auch den zentralen Part von Katic bespielen könnte, saß in den bisher drei Pflichtspielen stets auf der Bank.
Zwar wurde Ayhan jedes Mal eingewechselt, doch ist das natürlich auch im Hinblick auf seine sportliche Entwicklung sowie auf die erhoffte Marktwertsteigerung nicht förderlich. Der gebürtige Gelsenkirchener scheint zunächst auf seine Chance warten und diese dann nachdrücklich nutzen müssen, um sich wieder in den Fokus zu spielen.

Rotation kaum notwendig: Ayhan muss an Becker oder Katic vorbei
Es ist eine schwierige Ausgangslage, daran gibt es nichts zu rütteln. Immerhin gibt es in der Regel in keinem Mannschaftsteil so wenige Veränderungen, wenn es beispielsweise durch Verletzungen oder mehrfach sehr schwache Leistungen nicht unbedingt nötig ist, wie in der Innenverteidigung. Zumal es in diesem Fall mit Becker und Katic auch zwei Spieler treffen würde, die für Muslic von sehr großer Bedeutung sind. Stichwort: 'key performance player'.
Dazu gibt es soweit auch keine notwendige Rotation, sodass Ayhan über kurz oder lang automatisch zu seinen Startelfeinsätzen kommt.
Zurzeit macht es den Eindruck, als müsste sich das Eigengewächs in Geduld üben. Ayhan muss sich im Training weiterhin anbieten und die erste Alternative zu Becker und Katic sein, sodass er seine Chance erhält, sobald einer der beiden nicht bei den gewohnten 100 Prozent ist.
Bis dahin kann es allerdings noch dauern. Immerhin wird Muslic nicht einfach aus der Laune heraus nennenswerte Änderungen an seiner Abwehrzentrale vornehmen, wenngleich Ayhan längst bewiesen hat, dass er die nötige Qualität jetzt schon hat, um sich auch in der Bundesliga etablieren zu können.
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