"Mehr Durchschlagskraft" für die S04-Offensive – Muslic glaubt an Sylla
Von Yannik Möller

Es ist kein Zufall, dass sich der FC Schalke am liebsten noch in der Offensive verstärken würde. Die Abwehr ist personell bestens aufgestellt und auch in den Leistungen das Prunkstück der Mannschaft. Das Mittelfeld weiß zu überzeugen – doch im Angriff drückt der Schuh immer mal wieder.
"Wir wissen, dass wir vorne mehr Durchschlagskraft brauchen", gestand Miron Muslic vor dem Rückrunden-Auftakt bei Hertha BSC ein. Wichtig war ihm in diesem Zug zu betonen, dass das aber "nicht nur an den Stürmern hängt". Es sind gleich mehrere Faktoren, die aufeinandertreffen: Zum einen gibt es langwierige Ausfälle, sodass beispielsweise Emil Højlund oder Bryan Lasme keine Rolle spielen und zumindest den Konkurrenzkampf anheizen. Zum anderen entwickelt der S04 die Torgefahr vorrangig über hohe Ballgewinne, hat noch sichtbare Probleme im eigenen Herausspielen von Torchancen.
Es verwundert daher nicht, dass Schalke in dieser Saison einen neuen Rekord aufgestellt hat: Noch nie konnte sich eine Mannschaft mit lediglich 22 Treffern zum Herbstmeister küren (via kicker). Ob das nun bloß ein Erfolg oder vielleicht auch eine zukünftige Gefahr ist, bleibt wohl der jeweiligen Interpretation überlassen.
Muslic hofft auf Trendwende bei Sylla
Grundsätzlich verfüge Schalke über eine "hohe Qualität" in der Offensive, wie Muslic es formulierte. Dabei hob er vor allem Kenan Karaman und Moussa Sylla hervor, die zurzeit besten Scorer bei Königsblau. Doch während der Kapitän durch den Muslic-Stil weniger selbst zu Torabschlüssen kommt, befindet sich Sylla im Formtief. Zu häufig lässt er gute Chancen liegen, obwohl er vom Coach immer wieder das Vertrauen geschenkt bekommt und auch öffentliche Rückendeckung erhält. Auch in Berlin wird er voraussichtlich wieder von Beginn an aufspielen.
Muslic wird wissen, dass sich die Gelsenkirchener nicht bloß darauf verlassen können, dass die Defensive weiterhin wie ein Bollwerk steht. Natürlich kommen Siege einfacher daher, wenn selbst nur ein, zwei Tore erzielt werden müssen. Doch sobald Schalke selbst mal ein, zwei Gegentore bekommt, sinken die Siegchancen aufgrund der bislang stockenden Tor-Maschine deutlich. Zum Vergleich: Aus den drei Malen, bei denen in Pflichtspielen mindestens zwei Gegentreffer hingenommen werden mussten, wurde kein einziger Punkt gewonnen.
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