Max Eberl steht beim FC Bayern vor der Vertragsverlängerung als Sportvorstand (90min berichtete). Lange hatten die Münchner Entscheider gezögert. Die Arbeit des 52-Jährigen in den vergangenen Monaten war aber schlicht zu erfolgreich, um die Zusammenarbeit kommenden Sommer beenden zu können.
Ein Kritikpunkt bei Eberl war derweil immer wieder, dass er es nicht zu voller Zufriedenheit der Klub-Bosse schaffte, signifikante Einsparungen bei den Kaderkosten vorzunehmen. Auch beim ein oder anderen Spielerverkauf hätte man sich an der Säbener Straße wohl etwas höhere Ablösen gewünscht.
FC Bayern verkauft letzte 5 Prozent der AG-Anteile
Dennoch soll das berühmte Festgeldkonto der Münchner zuletzt wieder merklich angewachsen sein. Finanzielle Sorgen gibt es beim FC Bayern keine. Diese wären durch eine folgenschwere Entscheidung, die der Klub nun getroffen haben soll, ohnehin obsolet.
Wie die tz berichtet, hat das Präsidium um Herbert Hainer nach langem Zögern den Entschluss gefasst, die letzten möglichen fünf Prozent der FC Bayern München AG zu verkaufen. Das Heiztechnik-Unternehmen Viessmann soll sie erhalten und dafür rund 250 Millionen Euro zahlen.
Viessmann wird dadurch bald vom Platin- zum Hauptpartner aufsteigen, zu denen bisher lediglich Hauptsponsor Telekom sowie die Anteilseigner Adidas, Audi und Allianz gehörten. Google, das zuletzt den Einstieg als Bayern-Sponsor bekannt gab, ist beispielsweise "nur" Platinpartner der Bayern – die zweithöchste Stufe eines FCB-Sponsors. Google soll jährlich mehr als zehn Millionen Euro zahlen (90min berichtete).
Möglich macht den Verkauf weiterer fünf Prozent der AG-Anteile ein gescheiterter Antrag auf der Jahreshauptversammlung 2021, als ein Mitglied mit seinem Antrag an der Dreiviertelmehrheit scheiterte. Beim Antrag wurde gefordert, dass der Klub künftig weiter 75 Prozent der AG-Anteile halten müsse.
Adidas, Audi und Allianz halten je 8,33 Prozent der Anteile an der AG. Viessmann soll jetzt mit fünf Prozent als weiterer Anteilseigner hinzukommen.
Hoeneß erklärt: Warum keine weiteren Anteilsverkäufe möglich sind
Mehr Anteilsverkäufe wird es künftig beim FC Bayern aber ziemlich sicher nicht geben. Das erklärte Uli Hoeneß im November 2025 im OMR-Podcast: "Wir haben einen Deal mit unseren Mitgliedern, dass wir nicht mehr als 30 Prozent verkaufen. Theoretisch könnten wir fünf Prozent verkaufen, ohne die Mitglieder zu fragen. Für mehr bräuchten wir eine Zweidrittelmehrheit. Und die werden wir niemals kriegen."
Im März 2026 hatte Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen dann im OMR-Podcast verraten: "Es kommen regelmäßig große Equity-Häuser auf uns zu, was wir bisher immer verneint haben."
Laut Financial Times soll es 2025 Gespräche mit der schwedischen Investmentfirma EQT gegeben haben. Ein Anteilsverkauf sei aber nicht zustande gekommen, weil mit Michael Diederich als Ansprechpartner der damaligen Finanzvorstand den Klub verlassen hat.
FCB-CEO Dreesen erklärt hohe Hürde für Anteilsverkauf
Dreesen hatte derweil im März klargestellt, dass es bei den letzten fünf Prozent der Anteile nicht darum gehen würde "das meiste Geld zu kriegen. Unsere Minderheitsaktionäre Adidas, Audi und Allianz sind strategische Partner. Denen geht es nicht um eine hohe Dividende oder Wertsteigerung für einen späteren Verkauf. Sie haben ihr Commitment zum FC Bayern untermauert. Ein neuer Käufer müsste strategisch zu uns passen, unsere DNA teilen und die gleichen Ideale und Wertvorstellungen haben."
Viessmann ist bereits seit 2018 Partner des FC Bayern. CEO Max Viessmann sitzt im Bayern-Verwaltungsbeirat. Das Unternehmen aus Allendorf dürfte daher in die von Dreesen beschriebene Kategorie passen.
