Mit 1:3 verlor Werder Bremen am Sonntag gegen den 1. FC Köln – und verpasste es damit, eine kleine Vorentscheidung im Abstiegskampf herbeizuführen. Stattdessen haben die Bremer jetzt nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.
Gegen den Effzeh glänzten die Grün-Weißen erneut mit Harmlosigkeit vor dem Tor. Einer der daran etwas hätte ändern können, ist Samuel Mbangula. Doch der Belgier verfolgte die kompletten 90 Minuten von der Bank. Statt seiner bot Trainer Daniel Thioune lieber den etatmäßigen Linksverteidiger Felix Agu als Linksaußen auf.
Alles nur eine Frage der Taktik?
Ein weiterer Tiefschlag für den Belgier, an dem der 22-Jährige diesmal jedoch keine Schuld hatte, wie Thioune gegenüber der DeichStube erklärte: "Gegen Köln würde ich es aufs Taktische reduzieren, denn wir haben nach der Roten Karte eine Umstellung zur Pause vorgenommen, die uns geholfen hat. Wir haben dann im 4-3-2 agiert und brauchten keine Flügel mehr auf dem Platz."
Werder hätte in der Schlussphase sogar noch einmal wechseln können, allerdings ließ Thioune diese Möglichkeit freiwillig ungenutzt. "Hintenraus war die Frage, wie wir ins Risiko gehen wollen. Wir haben dann das Zentrum aufgelöst und einen dritten Stürmer gebracht. Da sah ich ihn (Mbangula, Anm. d. Red.) weniger, auf den Außenverteidigerpositionen auch nicht mehr. Den Slot haben wir verstreichen lassen, die Platzzeit bei ihm nicht gesehen", erklärte er.
Befreiungsschlag ausgerechnet im Nordderby?
Die Tür für Mbangula, der vom Talent her eigentlich Bremens bester Offensivspieler ist, sei dennoch nicht zu, betonte der 50-Jährige. Dafür braucht es aber unter der Woche bessere Trainingsleistungen. Gegen den Hamburger SV im Nordderby am Samstag könnte er jetzt seine nächste Chance bekommen.
"Ich glaube, dass er gegen den HSV wieder ein Faktor sein kann, denn dort wird es wieder vermehrt um Individualität gehen und darum, persönlich offensiv stattzufinden", ließ sich Thioune schonmal etwas in die Karten schauen. "Dass er dafür das Potenzial besitzt, wissen wir alle. Vielleicht wird er ein Faktor und kann zeigen, wie gut er ist – aber das muss er halt auch unter der Woche", ergänzte er.
