Nach dem frühzeitigen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 steht der DFB vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Während ein Engagement von Jürgen Klopp weiter intensiv diskutiert wird, fordert Rekordnationalspieler Lothar Matthäus einen umfassenderen Neustart. Besonders warnt er davor, sich allein auf einen prominenten Namen zu verlassen.
Matthäus: DFB braucht neue Impulse
In seiner Kolumne bei Sky betont Matthäus, dass der Verband deutlich breiter denken müsse als nur an einen möglichen Klopp-Plan. "Man braucht aber nicht nur einen Klopp-Plan, sondern man braucht auch Leute, die andere Meinungen vertreten, die auch mal querdenken. Reibung ist wichtig."
Gleichzeitig appelliert der Weltmeister von 1990 an die Verantwortlichen, künftig sorgfältiger zu handeln: "Man muss aufpassen, dass man nicht wieder so leichtsinnige Verträge macht, die bei Julian Nagelsmann am Ende sehr viel Geld gekostet haben."
Für seinen langjährigen Weggefährten Rudi Völler sieht Matthäus ebenfalls weiterhin eine wichtige Rolle beim DFB: "Ich glaube, dass man Rudi weiter in irgendeiner Form einbinden sollte."
Klare Baustellen in der Nationalmannschaft
Neben strukturellen Veränderungen sieht Matthäus auch auf dem Platz erheblichen Handlungsbedarf. Nach seiner Einschätzung fehlte dem DFB-Team bei der Weltmeisterschaft vor allem die richtige Balance im Kader. "Wir hatten keinen Rechtsverteidiger im Kader und auch keinen echten Neuner." Zudem vermisse Deutschland Führungsspieler wie noch beim WM-Triumph 2014.
Joshua Kimmich sieht Matthäus weiterhin als Kapitän und Fixpunkt der Mannschaft. Auch Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Kai Havertz traut er künftig Führungsrollen zu. Im Tor hält der 64-Jährige die Situation dagegen für offen. Neben Oliver Baumann nennt er vor allem Bayern-Keeper Jonas Urbig als ernsthaften Kandidaten für die Zukunft.
Was Julian Nagelsmann betrifft, rechnet Matthäus zunächst nicht mit einer schnellen Rückkehr auf die Trainerbank. "Ich gehe davon aus, dass Julian bis Weihnachten nirgendwo auf der Trainerbank sitzen wird." Der ehemalige Bundestrainer werde sich die nötige Zeit nehmen, um über seine nächsten Schritte nachzudenken.
