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"Mal auf die Fresse bekommen“: Weltmeister-Duo schlägt nach DFB-Pleite Alarm

Zwei Rio-Legenden von 2014 melden sich zu Wort und decken die aktuell größten Schwachstellen im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann schonungslos auf.
Finden nach der DFB-Niederlage gegen Ecuador deutliche Worte: Die 2014-Weltmeister Toni Kroos und Lukas Podolski
Finden nach der DFB-Niederlage gegen Ecuador deutliche Worte: Die 2014-Weltmeister Toni Kroos und Lukas Podolski | Gonzalo Arroyo Moreno/GettyImages

Das deutsche Nationalteam steht als Gruppensieger im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft und trifft am Montag in Foxborough auf Paraguay. Doch die schwache Leistung im letzten Vorrundenspiel wirft einen Schatten auf die bisherige Euphorie.

In der reichweitenstarken TikTok-Live-Show "Kroos und Kroos: Die WM unter der Lupe“ nahmen Toni Kroos und sein Talkgast Lukas Podolski – die 2014 in Brasilien gemeinsam den WM-Pokal in den Nachthimmel reckten – kein Blatt vor den Mund. Die Diagnose der beiden Ex-Nationalspieler fällt deutlich aus.

"Wir sind halt keine physische Mannschaft."
Toni Kroos

Für Toni Kroos, der seine aktive Karriere 2024 nach der Heim-EM beendete, hat die DFB-Elf vor allem ein grundlegendes körperliches Problem. "Wir sind halt keine physische Mannschaft", analysierte der langjährige Taktgeber von Real Madrid schonungslos.

Kroos fordert mehr "Ekligkeit" und widerspricht Nagelsmann

Kroos fordert für die anstehenden K.o.-Spiele einen mentalen und körperlichen Wandel: "Es muss eklig sein, gegen uns zu spielen, dass wir in der Lage sind, gut und eklig zu verteidigen. Das machen wir noch nicht."

Gleichzeitig widersprach der 36-Jährige den Erklärungsversuchen von Julian Nagelsmann, der seinem Team den unbedingten Siegeswillen gegen Ecuador nicht absprechen wollte. Kroos betonte, dass der bereits feststehende Gruppensieg unterbewusst immer eine Rolle spiele: "Das kannst du gar nicht rauskriegen. Das ist absolut menschlich."

Zudem sieht Kroos eine gefährliche Abhängigkeit in der Offensive: "Wir brauchen Musiala und Wirtz in Top-Form – das haben wir nicht. Wenn sich beides nicht ändert, wird es nicht mehr lange gehen."

Podolski vermisst den "Spielwitz"

"Vielleicht ist so eine Niederlage mal gut. Mal auf die Fresse zu bekommen. Damit jeder sagt: Jetzt kommen wir mal runter."
Lukas Podolski

Auch Lukas Podolski, der erst vor wenigen Wochen im Mai 2026 seine aktive Karriere beim polnischen Klub Górnik Zabrze beendete, legte den Finger in die Wunde. Dem 130-fachen Nationalspieler fehlt aktuell die offensive Leichtigkeit: "Mir fehlt der Spielwitz. Wir kriegen unsere Spielidee nach vorne einfach nicht hin."

Der 40-Jährige sieht die verdiente Niederlage gegen Ecuador jedoch pragmatisch und als dringend benötigten Weckruf zur richtigen Zeit. "Vielleicht ist so eine Niederlage mal gut. Mal auf die Fresse zu bekommen. Damit jeder sagt: Jetzt kommen wir mal runter", erklärte Poldi in seiner gewohnt direkten Art. Jeder Spieler müsse nun "in seinem Zimmerchen nachdenken", um den Fokus für die K.o.-Runde zu schärfen.

Der Vergleich zu 2014 – und ein Funken Hoffnung

Dass man während eines Turniers auch Schwächephasen überstehen muss, wissen Kroos und Podolski aus eigener Erfahrung nur zu gut. Kroos zog den Vergleich zum denkwürdigen Zittersieg gegen Algerien 2014. Der große Unterschied zur aktuellen Generation: "Wir konnten schlechte Spiele trotzdem gewinnen. Das, glaube ich, hat die Mannschaft jetzt nicht."

Trotz der harten Worte bleibt am Ende bei beiden Legenden der Glaube an das Potenzial der aktuellen Truppe. Podolski mahnte an, nicht "alles nur schlechtzureden" und die Jungs jetzt zu pushen.

Und auch Kroos blickt bereits optimistisch auf ein mögliches Achtelfinal-Duell gegen Top-Favorit Frankreich: "Ich bleibe bei meiner Aussage: Ich glaube, wenn es zum Spiel gegen Frankreich kommt, wenn alles zusammenkommt, dass wir sie schlagen können." Dafür muss gegen Paraguay am Montag allerdings zwingend eine Leistungssteigerung her.


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