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Machtpoker an der Säbener Straße: Darum Lässt Bayern-Boss den Rekordmeister zappeln

Zwei wichtige Personalien auf Führungsebene sind bereits langfristig geklärt – doch ausgerechnet Sportdirektor Christoph Freund bittet nun plötzlich um Bedenkzeit.
VonMoritz Jonas
Bittet den FC Bayern für seine Entscheidung überraschend um Bedenkzeit: Sportdirektor Christoph Freund
Bittet den FC Bayern für seine Entscheidung überraschend um Bedenkzeit: Sportdirektor Christoph Freund | N. Hermann/GettyImages

Beim FC Bayern München wird derzeit kräftig an der Führungsebene der Zukunft gebastelt. Die Münchner Bosse wollen ihren Dreierpack im sportlichen Management unbedingt noch vor der anstehenden Jahreshauptversammlung Ende November 2026 langfristig absichern. Die Verträge von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportvorstand Max Eberl wurden bereits vorzeitig bis 2029 verlängert. Nun soll Christoph Freund nachziehen und sein derzeit bis 2027 gültiges Arbeitspapier ebenfalls ausweiten.

Nach Informationen der Abendzeitung (AZ) steht der Aufsichtsrat geschlossen hinter dem Österreicher, der seit 2023 im Amt ist. Auch im zuständigen Vorstand hat der Sportdirektor die klare Mehrheit auf seiner Seite. Das Problem: Freund selbst zögert noch und befindet sich aktuell in einer Überlegungsphase.

Die Chefscout-Frage: Freund will seine Vorstellungen durchsetzen

Der Hauptgrund für Freunds Zögern liegt laut AZ in einigen offenen konzeptionellen Fragen, vor allem auf der Position des Chefscouts. Aktuell füllt Nils Schmadtke, ein enger Vertrauter von Eberl, diese Rolle aus. Dessen Vertrag läuft ebenfalls bis 2027, doch intern soll es Zweifel an seiner Arbeit geben. Eine Vertragsverlängerung gilt als unwahrscheinlich.

Für Freund wäre das der perfekte Hebel: Er könnte bei seiner eigenen Vertragsunterschrift zur Bedingung machen, künftig einen Nachfolger für das Scouting-Ressort komplett nach seinen eigenen Vorstellungen zu installieren - die tz brachte hier zuletzt Christopher Vivell von Manchester United ins Spiel.

Warum die Bayern am Ende als Gewinner aus dem Poker gehen

Hat das Wohlwollen der Bosse auf seiner Seite: Sportvorstand Max Eberl und Christoph Freund
Hat das Wohlwollen der Bosse auf seiner Seite: Sportvorstand Max Eberl und Christoph Freund | EyesWideOpen/GettyImages

Trotz dieses kleinen Machtpokers stehen die Zeichen ganz klar auf Verlängerung – und der FC Bayern dürfte am Ende hervorragend aus der Sache herausgehen. Freund hat sich im Verein einen exzellenten Stand erarbeitet. Seine ruhige Art und sein absolut kooperativer Teamgeist werden von CEO Dreesen und Aufsichtsratschef Herbert Hainer enorm geschätzt.

Darüber hinaus funktioniert das von ihm maßgeblich vorangetriebene Campus-Modell überragend. Das Zusammenspiel zwischen Freund, Campus-Chef Jochen Sauer, dem sportlichen Leiter Michael Wiesinger und Cheftrainer Vincent Kompany ist hervorragend. Zwar soll das Verhältnis zu Max Eberl hinter den Kulissen nicht immer restlos harmonisch sein, doch die sportlichen und wirtschaftlichen Ergebnisse dieses Duos - wie die millionenschweren Talente-Verkäufe im Sommer - stimmen absolut.

Ein Abschied des 49-Jährigen käme intern daher sehr überraschend. Die aktuelle Bedenkzeit dürfte vielmehr ein cleverer strategischer Schachzug des Österreichers sein, um seine Kompetenzen bei der Nachwuchs- und Scoutingarbeit weiter zu stärken. Die Bayern werden diese Kooperation am Ende ziehen – und mit einem noch schlagkräftigeren Sportdirektor in die nächsten Jahre gehen.


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