Im Interview-Format "Meine Geschichte" mit Sky-Moderator Riccardo Basile packte der BVB-Präsident über die Hintergründe der letztjährigen Wahl aus, bei der er nur 59 Prozent der Stimmen erhalten hatte.
"So wie es dann gelaufen ist, dass die eine oder andere Intrige auch gegen mich gelaufen ist, war es ein schweres Jahr für mich, also das schwerste von den 20", erklärte Watzke und fügte an, dass er nach dem enttäuschenden Ergebnis sogar kurzzeitig an eine freiwillige Niederlegung seines Amtes in Dortmund gedacht habe.
Doch nicht die nackten Zahlen der Wahlergebnisse, sondern die Art und Weise habe Watzke wohl persönlich geschmerzt. "Bestimmte Leute wollten einfach verhindern, dass ich Präsident wurde. (...) Das hat mich schon betroffen."
Watzke mit Diktatur beim BVB?
Kritiker behaupteten, Watzke könne nach seinem nahtlosen Übergang als langjähriger CEO des BVB zum Präsidenten wie ein Alleinherrscher über den Verein bestimmen. Dem 67-Jährigen wurde zudem vorgeworfen, dass er zu wenig Raum für neue Gesichter an der Dortmunder Führungsspitze lasse.
Der Gegenwind war offenbar so groß, dass Watzke ganz kurz vor der Wahl in seinem Kopf einen Verzicht auf die Kandidatur durchspielte: "Eigentlich tobte alles in mir zu sagen: 'Macht doch euren Scheiß allein!'" Weiter stellte der Sauerländer entgegen der Kritik klar, dass er "nie ein Diktator" gewesen sei.
Last-Minute-Entscheidung zur Präsidentschaft
Erst in sprichwörtlich letzter Sekunde, auf dem Weg zum Rednerpult auf die Bühne, fasste Watzke wohl den Entschluss, im Rennen um das Amt des BVB-Präsidenten zu bleiben. "Der Grad der Empörung ist dann jedem Meter dem Grad der Verantwortung gewichen", erklärte der 19. Präsident der Dortmunder seine endgültige Entscheidung.
Neben seinem Engagement bei der Borussia ist Watzke noch in weiteren Positionen aktiv: Er ist auch Aufsichtsratvorsitzender der DFL, Vizepräsident beim DFB und vertritt den deutschen Fußball auf internationaler Ebene als UEFA-Vizepräsident.
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