Nach dem Gipfeltreffen mit Real Madrid wartet auf den FC Bayern in der Champions League der nächste Brocken: Im Halbfinale geht es gegen Titelverteidiger PSG, der nach einem vergleichsweise schwachen Start in die Königsklasse zuletzt immer besser in Fahrt kam.
Es gibt europaweit wohl keinen Fan, der sich nicht auf dieses Duell freut. Das geht Lothar Matthäus nicht anders, der PSG zum aktuellen Zeitpunkt stärker einschätzt als beim Aufeinandertreffen in der Vorrunde, das der FC Bayern in Paris mit 2:1 gewann.
"Damals haben sie [PSG] in der zweiten Halbzeit - wenn auch in Überzahl - gezeigt, wozu sie in der Lage sind", betonte Matthäus in seiner Sky-Kolumne. "In den K.o.-Spielen haben sie an diese Leistung angeknüpft. Deshalb glaube ich nicht, dass Bayern in Paris so dominant auftreten wird wie im November, zumal es damals kein K.o.-Spiel war."
Trotzdem glaubt Matthäus an einen Erfolg des deutschen Rekordmeisters: "Bayern wirkt auf mich stabiler und besser aufeinander abgestimmt, die Mechanismen greifen noch besser. Bei Bayern ist ein bisschen mehr Leichtigkeit im Spiel, es herrscht ein größeres Miteinander im Team, das könnte am Ende den Ausschlag geben." Auch das Heimrecht im Rückspiel sei für die Münchner ein "kleiner Vorteil", so der Experte.
Defensiv muss Bayern zulegen
Eine Sache hat Matthäus beim FC Bayern dann aber doch zu bemängeln: Denn defensiv muss sich das Team von Vincent Kompany - vor allem im Vergleich zum Duell mit Real Madrid - noch steigern. "Durch die offensiven Außen hat man Real manchmal zu viel Raum gelassen. Wie Madrid hat auch Paris schnelle Spieler, die versuchen werden, das auszunutzen", warnte der 65-Jährige. "Die Münchner müssen defensiv an der einen oder anderen Stellschraube drehen und dürfen nicht so viele Chancen und Abschlüsse wie gegen Real zulassen."
Insgesamt wäre Matthäus aus Münchner Sicht mit einem Remis im Hinspiel zufrieden, um den Finaleinzug dann vor heimischen Fans perfekt zu machen. "Ich würde sagen: Unentschieden, knapper Sieg im Rückspiel. Bayern München ist sicher in der Lage, in zwei Spielen das bessere Ende für sich zu haben", so die optimistische Prognose des Rekordnationalspielers.
Eine Ausrede möchte der Sky-Experte übrigens nicht gelten lassen: Dass Kompany aufgrund einer Gelbsperre sein Team im Hinspiel nicht coachen darf, "sollte nicht ausschlaggebend dafür sein, ob Bayern weiterkommt oder nicht".
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