Das Sprichwort "Never fall in love with a loan player", also dass sich Fans besser nicht in Leihspieler verlieben sollten, ist weit verbreitet, manchmal aber doch einfacher gesagt als getan. Ein Beispiel hierfür könnte Ronald Araujo sein, der als großes Fragezeichen vom FC Barcelona zum FC Liverpool ausgeliehen wurde. Die Klasse des Uruguayers ist zwar grundsätzlich unbestritten, doch in der jüngeren Vergangenheit konnte er sie im Trikot der Katalanen kaum noch auf den Platz bringen.
Araujo überzeugt als Außenverteidiger und trickreicher Vorlagengeber
Ein endgültiges Fazit verbietet sich selbstverständlich nach nur rund vier Wochen, doch vieles deutet darauf hin, dass der Schritt von Araujo an die Anfield Road genau der richtige war. Spätestens nach seiner Torvorlage im Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid (2:1), als er Dominik Szoboszlai mit einem Hackentrick traumhaft bediente, haben sich die Fans der Reds in den 27-Jährigen verliebt.
Wie schon am vergangenen Wochenende in der Premier League bei Ipswich Town (2:0) spielte Araujo gegen Atlético als Rechtsverteidiger und konnte auch auf dieser ungewohnten Position überzeugen. Im Vergleich zu Ex-Leverkusener Jeremie Frimpong konnte der kantige Abwehrspieler seiner Mannschaft im Defensivbereich mehr Stabilität geben. Wenn er so weitermacht, wird es spannend zu sehen sein, für welchen Klub er ab der kommenden Saison aufläuft.
Hat Liverpool doch keine Kaufoption?
Das Leihgeschäft zwischen Liverpool und Barça läuft zunächst einmal bis zum kommenden Sommer. Im Zuge des Transfers wurde in den Medien von einer Kaufoption berichtet, die bei rund 55 Millionen Euro liegen soll. Der Transfer-Journalist Fabrizio Romano scheint jedoch andere Informationen zu haben.
"Liverpool ist hocherfreut über Ronald Araujo. Der Deal war, wie auch schon [Barça-Sportdirektor] Deco sagte, gut für alle Seiten", sagte Romano in seinem Podcast 'Here We Go'. Während Araujo sich in einer neuen Liga beweisen dürfte und der LFC eine echte Verstärkung für die Abwehr bekommen habe, sparen sich die Katalanen rund zwölf Millionen Euro Jahresgehalt.
Mit Blick auf die sportliche Zukunft des Spielers fügte Romano jedoch an: "Vergesst nicht, dass es sich bei diesem Deal um eine reine Leihe handelt. Wenn sich Liverpool am Ende der Saison dazu entschließt, Araujo behalten zu wollen, werden sie mit Barcelona verhandeln müssen." Der FC Barcelona habe rund um die Zukunft des Spielers "die volle Kontrolle", betonte er.
Demnach könnte es sein, dass Liverpool im kommenden Sommer doch noch tiefer in die Tasche greifen müsste, um Araujo fest zu verpflichten. Vorausgesetzt, der Abwehrchef kann im weiteren Saisonverlauf an seinen erfolgreichen Start anknüpfen.
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