Last-Minute-Transfer für die Abwehr? BVB-Sportdirektor Kehl verkündet Entscheidung
Von Simon Zimmermann

Beim glücklichen 3:2-Heimsieg über Heidenheim hat sich die Personallage in Dortmunds Defensive noch einmal verschärft. Youngster Filippo Mane blieb unmittelbar vor dem Heidenheimer 1:1 liegen. Schnell war klar, dass sich der 20-Jährige verletzt hatte und nicht mehr weiterspielen konnte.
"Wenn man so zu Boden geht, ist das sicher kein kleiner Faserriss. Ich denke schon, es ist mehr", befürchtete BVB-Trainer Niko Kovac nach dem Spiel einen längeren Ausfall des Innenverteidigers. Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Mane hatte zuletzt die personelle Lücke in Dortmunds Hintermannschaft nutzen können. Gegen Inter und Heidenheim stand er jeweils in der Startelf. Einen Leih-Abgang des italienischen U21-Nationalspielers hatten die Dortmunder zuvor ausgeschlossen, nachdem Chelsea die Leihe von Aaron Anselmino überraschend vorzeitig abbrach.
BVB dachte laut über Abwehr-Transfer nach
Schon beim Blitz-Abschied des Argentiniers gab es Spekulationen um einen BVB-Transfer für die Defensive. Mit Mane fällt jetzt eine weitere Option aus. Muss Schwarzgelb am Deadline Day noch nachlegen?
"Ich werde heute sicher nochmal ein, zwei Telefonate führen. Hätte Filippo sich nicht verletzt, hätten wir nichts mehr gemacht. Jetzt werden wir sicher zumindest nochmal drüber nachdenken", ließ sich BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl alles offen.
Kehl und Kovac waren sich zuvor eigentlich einig, personell nicht mehr reagieren zu müssen. "Wir werden das sicher nochmal besprechen. Es muss ja auch Sinn machen", meinte auch Kovac am Sonntagabend.
Kehl verkündet Transfer-Entscheidung: Kein Neuer im Winter
"Es wird in diesem Winter keinen Neuzugang bei Borussia Dortmund geben."
- Sebastian Kehl (Sky)
Am Deadline Day wurde Kehl von Sky erneut zu den Transferplänen befragt. "Wir haben uns dazu entschieden, auf dieser Position nichts mehr zu machen", so Kehl. Damit werde es diesen Winter "keinen Neuzugang bei Borussia Dortmund geben". Kehl unterstrich: "Wir vertrauen den Jungs und dem Kader für den Rest der Saison."
Mit Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Kapitän Emre Can, Niklas Süle und Ramy Bensebaini stehen fünf Verteidiger für die Dreierkette zur Verfügung. Auch Julian Ryerson könnte dort auflaufen. Da die Schienenpositionen mit ihm, Yan Couto und Daniel Svensson dünn besetzt sind, wird der Norweger vor allem dort gebraucht. Mit Bensebaini hätte Kovac für die linke Seite eine weitere Option.
Insgesamt ist die Defensive personell nun zwar recht dünn besetzt. Ohne weiteres Verletzungspech und mit der Annahme, dass der lange verletzte Can wieder stabil ist, könnte Kehls Plan durchaus aufgehen. Zumal er anmerkte, dass es in der eigenen Jugend den ein oder anderen gibt, der nach oben stoßen könnte. Und die Saison Anfang Februar auch schon weit fortgeschritten ist.
Durchaus nachvollziehbar diese Haltung. In der Kürze der Zeit wäre wohl lediglich ein Not-Kauf möglich gewesen. Gewisse Risiken birgt sie aber auch. Klar ist: Spätestens im Sommer muss der BVB in der Defensive personell reagieren.
feed