Kwasniok mit beherztem Rundumschlag über die Situation der Bundesliga

Die Erwartungen in der Bundesliga sind aus Sicht von Lukas Kwasniok völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Der Köln-Trainer kritisiert, dass Erfolge abseits des FC Bayern kaum noch Anerkennung finden.
Kwasniok wird deutlich
Kwasniok wird deutlich / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages
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"Außer bei den Bayern wird ja alles niedergeschrieben." Mit diesem Satz sorgte Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim SC Freiburg für Aufmerksamkeit. Der Trainer des 1. FC Köln kritisierte dabei die aus seiner Sicht überzogene Erwartungshaltung von Fans und Medien. Für Kwasniok sei es ein "Fehler im System", dass Erfolge jenseits der Meisterschaft kaum noch gewürdigt würden und selbst ein zweiter Platz inzwischen "nichts mehr wert" sei.

"Wo ist es denn positiv?"

Besonders der Umgang mit den Bayern-Jägern stößt Kwasniok auf. Mannschaften wie RB Leipzig, Bayer Leverkusen oder Borussia Dortmund würden seiner Meinung nach viel zu schnell kritisch betrachtet. Selbst Eintracht Frankfurt, aktuell in einer sportlich schwierigen Phase, wäre in der öffentlichen Wahrnehmung bereits "quasi abgestiegen". Für Kwasniok ein Sinnbild dafür, wie negativ der Blick auf die Liga geworden sei.

Schlechte Stimmung in Köln?

Die deutlichen Worte kommen nicht zufällig. Rund um den 1. FC Köln hatte sich die Stimmung zuletzt merklich eingetrübt. Nach dem 4:1-Sieg über den Hamburger SV im November wartete der Aufsteiger neun Spiele lang auf einen weiteren Dreier ehe die Geißböcke am letzten Spieltag einen Heimsieg über Mainz 05 einfuhren.

Von einer Krise im Inneren wollte Kwasniok jedoch nichts wissen. "Bei uns war die Stimmungslage immer völlig in Ordnung", stellte er klar. Dass einzelne Spieler unzufriedener seien, wenn Ergebnisse ausbleiben, liege für ihn "in der Natur der Sache".

Für ihn und die Mannschaft sei es vor allem wichtig, sich "nach Möglichkeit von den unteren Tabellenplätzen fernzuhalten". Aktuell steht der 1. FC Köln auf Rang zehn, mit sieben Punkten Abstand zum Relegationsplatz. Auch für Kwasniok ist das eine gute Leistung.

Die Aussagen zeigen jedoch auch, dass der Druck der vergangenen Tage und Wochen nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. Nun geht es darum, sich gegen kommende Gegner wie Freiburg oder VfL Wolfsburg weiter zu stabilisieren. Ein gesicherter Platz im Mittelfeld wäre für den 1. FC Köln ein starkes Signal und ein realistischer Anspruch für das Team.


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