Trotz der sehr erfolgreichen Saison, die den Aufstieg mitsamt der Zweitliga-Meisterschaft beschert hat, wird beim FC Schalke kaum mehr so positiv-verrückt geträumt, wie es bis vor wenigen Jahren noch der Fall war. Inzwischen scheint so gut wie jeder begriffen zu haben: Der Klub kann sich nur Stück für Stück stabilisieren und finanziell gesunden.
Dementsprechend geht Königsblau auch mit nur einem einzigen Ziel in die nächste Saison: Irgendwie die Klasse halten und in der Bundesliga bleiben. Alles, was darüber hinausgeht, ist ein Bonus.
Ein zunächst äußerst theoretisches Problem ergibt sich für den S04 aber schon jetzt, wie die Sport Bild berichtet: Selbst wenn der sehr unwahrscheinliche Fall eintreten und Schalke sich in der kommenden Saison für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren würde, dürfte der Klub aus dem Ruhrgebiet in diesem nicht antreten. Grund dafür ist eine Regel der UEFA. Die Vorgabe: Vereine mit einem negativen Eigenkapital müssen dieses um jährlich mindestens zehn Prozent verringern.
Schalke versucht sich auf diesen unwahrscheinlichen Erfolgsfall vorzubereiten
Die Sport Bild hat es vorgerechnet: Schalke müsste in diesem Kalenderjahr das negative Eigenkapitel um 9,7 Millionen Euro verringern. Das würde der Aufsteiger aber wohl nur dann schaffen, wenn gleich mehrere äußerst positive Szenarien eintreten. Im Hinblick auf die realistische Ausgangslage zur kommenden Saison planen die Verantwortlichen wohl gar nicht erst mit einer Verringerung. Knapp über null Prozent an Veränderungen sind derzeit prognostiziert. Das ist für die Bundesliga als Wettbewerb erlaubt, weil die DFL für die erste Saison nach dem Aufstieg nicht ganz so streng auf die Zahlen schaut – dafür muss dann im Folgejahr eine größere Verringerung erfolgen.
Dem Bericht zufolge beschäftigen sich die Schalke-Funktionäre trotzdem mit dem Szenario einer etwaigen Qualifikation für Europa. Das hat nichts mit Höhenwahnsinn zu tun, sondern einfach damit, auch auf unwahrscheinliche, aber dadurch längst nicht gänzlich auszuschließende Szenarien vorbereitet zu sein.
So wären größere Transfereinnahmen ein mögliches Mittel, in Verbindung mit nochmals deutlich mehr Einnahmen durch die Genossenschaft. Aber einerseits müssten die Knappen dann wohl mehr als zwölf Millionen Euro durch Transfers erwirtschaften, was nur mit Abgängen von Leistungsträgern möglich ist, die aber eigentlich bleiben sollen. Und andererseits ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Genossenschaft so weit nach ihrem ursprünglichen Launch nochmal mehr Geld von den Mitgliedern reinholen kann, als es bislang durch vereinsseitige Anteils-Käufe der Veltins Arena umgesetzt wurde.
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