Kroos' Absturz-Szenario für S04: Zwischen denkbarer Theorie und erwartbarer Praxis
Von Yannik Möller

Als Tabellenführer und damit Herbstmeister geht der FC Schalke ganz objektiv gesehen als Aufstiegsfavorit in die Rückrunde. Und auch wenn die Rückkehr in die Bundesliga noch immer nicht als Ziel formuliert wird, so können sich die Verantwortlichen angesichts dieser Ausgangslage zum Saisonende kaum mehr mit einem Platz außerhalb der Top drei wirklich zufriedengeben.
Ob es aber für das Aufstiegs-Szenario schlussendlich reichen wird, ist ungewiss. Felix Kroos geht sogar davon aus, dass der S04 einbrechen und die Top drei früher oder später verlassen wird (90min berichtete). Eine Einschätzung, die ihm bei den Gelsenkirchenern sicher keine neuen Freunde gemacht hat, die aber auch nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist.
Schwächere Rückrunde ist möglich, aber kein Automatismus
Es ist nämlich gar nicht allzu abwegig, dass Schalke eine schwierige Rückrunde bevorsteht, die als Folge dessen eine womöglich spürbar niedrigere Punkteausbeute zur Folge haben wird, als es in der Hinrunde der Fall war. Der Grund für dieses Szenario, den auch Kroos primär anführte, liegt auf der Hand: Die anderen Aufstiegskandidaten sollten sich in der Defensive noch verbessern, die große Stärke von Schalke damit etwas ausgleichen und wären dann mit den eigenen Offensivstärken im Vorteil.
Eines ist klar: Sollten sich die Gegentor-Quoten von Elversberg, Darmstadt und Co. auf der einen und von Schalke auf der anderen Seite annähern, entweder durch eine bessere Defensivarbeit der Herbstmeister-Jäger oder durch eine schlechtere Defensivarbeit des Tabellenführers, dann wird die große Stärke der Mannschaft von Miron Muslic weniger ausschlaggebend sein. Umso wichtiger wäre dann die Offensive. Allerdings haben nur sechs Zweitligisten bis dato weniger Tore geschossen als der S04. Eigene Torchancen herausspielen, also abseits von hohen Balleroberungen durch das Pressing, ist bisher die größte Schwachstelle gewesen.
Soweit die Rechnung von Kroos. Schalke würde es schwieriger fallen dreifach zu punkten, sodass die aktuellen Herausforderer und Mit-Favoriten auf den Aufstieg die insgesamt bessere Ausgangslage hätten. Ein Szenario, das soweit zumindest nicht einfach als bloße Anti-Schalke-Träumerei von der Hand zu weisen ist.
Nichtsdestotrotz fußt diese Theorie von Kroos auf vielen Konjunktiven. Denn: Wer sagt, dass die S04-Defensive schwächeln wird und sie für die anderen Mannschaften leichter auszuhebeln sein wird? Wer sagt, dass die Defensiven der Herausforderer nennenswert stärker werden? Wer sagt, dass sich Schalke in Hinblick auf herausgespielte Torgefahr aus eigenem Ballbesitz nicht noch verbessern wird? Erneut: Die Kroos-These ist nicht völlig abwegig. Dass die Rückrunde schwieriger wird, als die Hinrunde, dürften auch viele Knappen-Fans erwarten. Die Deutlichkeit der These, dass es einen regelrechten Einbruch geben wird, ist aber insofern gewagt, als dass sie gleich mehrere Szenarien miteinander verbindet. Kurzum: Könnte passieren, muss nicht passieren.
Kroos-These wirft einen wichtigen Punkt auf
Grundsätzlich schwieriger dürften die zweite Saisonhälfte beispielsweise deshalb werden, weil Schalke von den gegnerischen Mannschaft voraussichtlich mehr Ballbesitz bekommen wird. Das war, wie bereits erwähnt, der bisherige Schwachpunkt der Muslic-Truppe. Zugleich werden die Spieler damit angelockt, sodass die hohe Abwehrkette zu einem Risiko wird. Es wird interessant zu sehen sein, ob, wann und welche Verbesserungen in diesem Bereich auftreten werden.
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