Kritik an Bayerns Torhüter-Planung: Hamann macht es sich einfach

Weil er Jonas Urbig nicht die Nummer eins beim FC Bayern zutraut, liefert Didi Hamann einen pikanten Vorschlag. Nach dem Motto: Hauptsache draufhauen.
Dietmar Hamann über die Torhüterfrage beim FC Bayern
Dietmar Hamann über die Torhüterfrage beim FC Bayern / Tim Clayton/GettyImages
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Nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg, die erste Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison, gab es beim FC Bayern natürlich einige Diskussionspunkte. Einer ist die Torhüterfrage bzw. die Frage, ob Jonas Urbig wirklich das Zeug dazu hat, eines Tages die Nummer eins des Rekordmeisters zu werden.

Der Youngster flog vor dem 1:1-Ausgleich an einem Eckball vorbei und machte generell nicht den sichersten Eindruck. Der Auftritt sorgte dafür, dass Didi Hamann Kritik an Urbig übte - der TV-Experte ist nicht sicher, ob Urbig wirklich Neuer-Nachfolger werden kann.

"Du brauchst einen robusten Torhüter, auf den du dich verlassen kannst. Vielleicht kann der Urbig das irgendwann, aber ich habe Bedenken, ob er das nächste Saison schon könnte. Und ich glaube, diese Bedenken werden im Verein teilweise geteilt", ließ Hamann bei 'Sky90' verlauten. "Auf der Bank wirst du kein besserer Torhüter, die Erfahrung kriegst du nur im Spiel. Sollte Neuer weitermachen, hat er [Urbig] in zweieinhalb Jahren kaum gehalten, wie soll das gehen? Ich glaube nicht, dass Urbig bei Bayern mal die Nummer eins werden wird."

Bayern hätte ohne Neuer "ein riesiges Problem"

Sollte Neuer seine Karriere nach dieser Saison beenden und dem FC Bayern dann nicht mehr zur Verfügung stehen, dann hätten die Münchner "ein richtiges Problem", so Hamann. Der TV-Experte ist der Meinung, dass der Rekordmeister im vergangenen Sommer deshalb Gianluigi Donnarumma hätte verpflichten müssen, als dieser zu haben war.

"Ich hätte alles versucht, den Donnarumma zu holen", stellte Hamann klar. Dass der Italiener neben einer Ablöse auch ein fürstliches Gehalt gekostet hätte, interessierte den 52-Jährigen nur wenig: "Neuer ist auch nicht günstig. Sie haben für Upamecano 20 Millionen im Jahr hingelegt, sie haben für Musiala Unsummen ausgegeben und Verträge für utopische Summen verlängert, dann sollte das Geld für Donnarumma da sein."

Der Torhüter sei "die wichtigste Position" im Team, wie Hamann klarstellte. "Die Champions League wirst du nur gewinnen, wenn du eine Granate im Tor hast. Wenn du Donnarumma geholt hättest, musst du halt eine Lösung mit Neuer finden. [...] Aber mit Donnarumma hättest du fünf oder sechs Jahre Ruhe auf der Position."

Hamann macht es sich zu einfach

In der Theorie mag Hamann zwar Recht haben, dass Donnarumma dem FC Bayern über Jahre hinweg Ruhe zwischen den Pfosten gegeben hätte. Doch der Profifußball funktioniert nunmal nicht wie ein Managerspiel am PC, bei dem man nach Lust und Laune auf Shoppingtour gehen kann. Abgesehen von dem abstrusen Gehalt, das ein Torhüter-Duo bestehend aus Neuer und Donnarumma kassiert hätte: Wie hätte man zwei solchen Weltklasse-Torhütern bei der Spielzeit gerecht werden können?

Es ist doch klar, dass ein Neuer seinen Platz nicht plötzlich mit einem Donnarumma teilen möchte. Und einer Legende wie Neuer vor den Kopf zu stoßen, indem man ihn zur Nummer zwei (oder 1B) degradiert, ist ganz sicher nicht im Sinne eines Klubs wie Bayern München. Da macht Hamann es sich mit seiner Theorie ein bisschen zu einfach.


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