Kritik am BVB-Stil: Kovac mit deutlicher Erklärung
Von Leonard Schmidt

Kurz nach dem letzten Top-Spiel ist kurz vor dem nächsten Top-Spiel. So lässt sich die aktuelle Phase von Borussia Dortmund ziemlich treffend beschreiben. Nachdem man unter der Woche das Hinspiel der Playoffs gegen Atalanta Bergamo solide gewonnen hatte, geht es am Samstag in Leipzig direkt um den nächsten wichtigen Sieg.
Darauf folgend steht das Rückspiel ums Weiterkommen in der Champions League an und dann wartet einer der schwersten Gegner der Saison: der FC Bayern München.
Warum die anstehenden Duelle für den BVB so unbeschreiblich wichtig sind, liegt auf der Hand. Es geht nicht mehr nur um einen respektablen Platz in der Tabelle oder das Weiterkommen in Europa, sondern mit sechs Punkten Abstand auf die Münchener tatsächlich auch um die Meisterschaft.
Entscheidet Ole Werner das Meisterschaftsrennen?
Bevor man in Dortmund aber wirklich an das wichtige Spiel gegen München denken kann, muss man sich erst einmal gegen RB Leipzig beweisen. Gegen Leipzig-Trainer Ole Werner hatte Niko Kovac in vier Begegnungen tatsächlich noch nie gewonnen. Ein erneuter Punktverlust könnte für die Dortmunder ein entscheidender Dämpfer vor dem anstehenden Klassiker sein.
Der BVB-Coach selbst erklärte auf der Pressekonferenz dazu: "Wir [Werner und er selbst] hatten viele Unentschieden, oder? Aber das ist total unwichtig. Im ersten Spiel gegen Leipzig hatten wir einen harten Gegner zu knacken. Letzte Saison haben wir dort unglücklich verloren. Wir sind gut drauf und wollen den Schwung mit nach Leipzig nehmen."
Kritik am Spielstil trotze Chance auf Meisterschaft
Tatsächlich ist die Euphorie auf ein möglicherweise spannendes Rennen zwischen dem BVB und den Bayern noch sehr jung. Während die Bayern zu Saisonbeginn ungeschlagen durch die Liga rollten, gab es in Dortmund immer wieder große Kritik am Spielstil. Demnach wünschten sich einige Fans und auch Experten mehr Tore und ein attraktiveres Spiel. Auch gegen den Trainer selbst gab es bereits mehrfach Kritik.
In diesem Zusammenhang muss man aber ganz klar festhalten: Der BVB besitzt die zweitbeste Offensive der Liga, eine vergleichbare Defensive zu den Bayern und sehr realistische Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League. So unattraktiv das Spiel der Dortmunder für manche auch wirken mag, die aktuelle Position scheint mehr als vielversprechend.
Auch Kovac hat hierzu eine klare Meinung: "Ich habe als Spieler gelernt: Wenn du nicht gewinnen kannst, darfst du nicht verlieren. Ich möchte immer drei Punkte holen. Wir haben einige Punkte liegen gelassen, aber diese Punkte haben uns dorthin gebracht, wo wir aktuell stehen. Jeder Punkt zählt, auch die müssen wir mitnehmen."
Auf eine Frage zum Spielstil der Mannschaft und der Kritik einiger Fans erklärte er abschließend noch: "Einige Fans, wer sind das? Man kann aus der Minderheit nicht immer die Mehrheit machen. Mit Erfolgen und guten Ergebnissen kommen uns Selbstvertrauen und der Respekt des Gegners zugute. Wenn du einen Lauf hast, macht das etwas mit uns und mit dem Gegner. Fußball ist nicht nur Spielen oder Laufen, sondern auch Psychologie. Wir schießen viele Tore und spielen attraktiv sowie ambitioniert."
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