Nachdem Hannover 96 in der vergangenen Saison wieder knapp am Aufstieg gescheitert war, war das Ziel für die neue Spielzeit klar. Trotz schmerzhafter Abgänge von Noel Aseko, Daisuke Yokota oder Enzo Leopold haben die Niedersachsen auch nun wieder hohe Ansprüche. Doch bislang deutet nur wenig auf eine Rückkehr in die Bundesliga hin.
Im Gegenteil: Nach fünf Zweitliga-Spielen steht 96 erst bei einem Sieg. Das 1:2 beim 1. FC Nürnberg war bereits die dritte Saisonniederlage. In Hannover gerät so langsam alles auf den Prüfstand – auch die Position des Cheftrainers bleibt davon nicht unberührt. Steht Christian Titz nun sogar schon vor dem Aus?
Boldt poltert: "Ich bin sehr angefressen"
Auf die Frage, ob Titz beim nächsten Ligaspiel gegen den VfL Bochum noch an der Seitenlinie stehen werde, antwortete Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt klar: "Das ist der Plan." Gegenüber der Bild verzichtete der 44-Jährige jedoch auf ein weiteres Statement, das eine klare Rückendeckung für den Trainer signalisiert hätte.
Stattdessen redete sich Boldt in Rage: "Ich bin sehr angefressen, ich bin auch nicht der Typ, der irgendwelche Parolen raushaut oder irgendwelche Pläne oder ein Zwischenfazit. Fakt ist: Wir haben hier verloren und stehen mit vier Punkten nach fünf Spielen da. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wie am Ende des Spiels in unterschiedliche Richtungen laufen. Das ist entscheidend", polterte der Sportchef.
Kein Bekenntnis zu Titz - Entscheidet Kind über die Trainer-Zukunft?
Da es nach dem Bochum-Spiel in eine lange Länderspielpause geht, ist zu erwarten, dass Titz zumindest noch am kommenden Wochenende an der Seitenlinie steht. Doch nun könnte alles anders kommen: Laut Bild könnte Titz seinen Job schon vorher los sein, sofern 96-Patron Martin Kind grünes Licht gibt!
"Man kann eine Länderspielpause nutzen, um Luft zu holen und Dinge sachlich zu besprechen", fuhr Boldt fort und ließ seinen Sätzen ein großes "Aber" folgen: "Mir geht’s aber erst mal um die aktuelle Situation. Das werden wir besprechen. Ich mache das nicht an dieser Niederlage allein fest. Ich habe gehofft, dass wir den Schwung vom vierten Tabellenplatz aus der vergangenen Saison mitnehmen können. Deshalb habe ich gesagt, dass ich erst mal nichts verändern werde. Aber dass wir so – auch von den Ergebnissen und wie wir Spiele hergeschenkt haben – nicht weitermachen können, das liegt auf der Hand. Am Ende bin ich gekommen, um Dinge zu entscheiden und den Kopf dafür hinzuhalten, dass wir auf Strecke wieder in eine Richtung laufen."
Das könnten Worte sein, die eine Trennung vom Trainer zur Folge haben. Sicher ist, dass an diesem Wochenende in Hannover so ziemlich alles und jeder hinterfragt wird - in erster Linie Titz. Diesem droht nun die erste Trainerentlassung in der noch jungen Zweitliga-Saison.
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