Krisensitzung in Gladbach - Ernst der Lage verkannt?
Von Yannik Möller

Einerseits wird Eugen Polanski noch immer zugetraut, mit der Fohlenelf eine Trendwende einzuleiten und den zurzeit nicht nur anhaltenden, sondern für Borussia Mönchengladbach immer gefährlicher werdenden Abstiegskampf hinter sich zu lassen. Andererseits ist die Ausgangslage dann doch so prekär geworden, dass offenbar eine Krisensitzung notwendig ist.
Wie die Rheinische Post berichtet, gab es eine solche Krisensitzung am Montag und damit direkt am Tag nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg. Es war bereits das siebte Spiel in Folge ohne einen Sieg.
Vereinsführung macht Gefahr der aktuellen Lage deutlich
Wo es am Montagvormittag die gewöhnliche Besprechung zum Spiel am Wochenende zwischen Trainerteam und Mannschaft gegeben hätte, waren demnach in diesem Fall auch Teile des Präsidiums und der Geschäftsführung anwesend. Damit dürfte deutlich geworden sein, wie bedrohlich die Situation tatsächlich ist. Rainer Bonhof, seines Zeichens Borussia-Präsident, soll eine emotionale Ansprache gegenüber dem Team gehalten haben.
Kernbotschaft dieser Sitzung: Die Mannschaft muss begreifen, wie ernst die Lage ist und sich mit aller Macht und Kraft gegen den drohenden Abstieg wehren. Zurzeit beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte, drei Zähler sind es auf den ersten direkten Abstiegsplatz.
Doch neben Bonhof soll sich mit Rocco Reitz auch der Mannschaftskapitän (in Vertretung des verletzten Tim Kleindienst) noch geäußert haben. In Freiburg fehlte er aufgrund seiner Gelbsperre, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sich am Montag ebenfalls deutlich zur Ausgangslage zu erklären und vermutlich zu versuchen, das Team nochmal zu motivieren. Ob es aber nicht zu einem Authentizitätsproblem kommt, wenn ein Kapitän das Wort ergreift, der sich - zumindest über seine Berater - bereits in Gesprächen mit RB Leipzig hinsichtlich eines möglichen Wechsels befindet?
Für Polanski wäre es wichtig, dass die Worte von Reitz und auch Bonhof noch Anklang gefunden haben. Immerhin wäre die Wirkung einer solchen Krisensitzung mindestens mal stark angekratzt, wenn nicht gleich ganz verpufft, sollte im nächsten Spiel wieder eine ernüchternde Leistung aufgeboten werden. Beim Heimspiel gegen Union Berlin am Samstagnachmittag braucht es mal wieder ein Erfolgserlebnis.
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