Bayer 04 Leverkusen befindet sich nach der erfolgreichsten Ära der Vereinsgeschichte inzwischen wieder im Bundesliga-Alltag. Nach titelreichen Jahren geht es nun vor allem darum, erneut einen der begehrten Champions-League-Plätze zu erreichen.
Dieser Traum wäre womöglich längst geplatzt, wäre da nicht ein gewisser Spanier – Bayers laufende Lebensversicherung: Alejandro Grimaldo.
Grimaldo ist Europas Bester
Der heute 30-Jährige wechselte im Sommer 2023 nach starken Jahren in Portugal ablösefrei von SL Benfica nach Leverkusen. Bereits in seiner ersten Saison gelang ihm mit der Werkself der ganz große Wurf: das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Gemeinsam mit Jeremie Frimpong bildete der Spanier eines der gefährlichsten Außenverteidiger-Duos Europas.

Grimaldo steuerte in seiner Debütsaison beeindruckende 12 Tore und 20 Vorlagen in 51 Pflichtspielen bei – Bestwert aller europäischen Außenverteidiger. In der darauffolgenden Spielzeit belegte er mit vier Toren und 13 Assists immerhin Rang zwei unter Europas offensivstärksten Verteidigern, nur Achraf Hakimi war an mehr Treffern beteiligt.
Auch in der laufenden Saison setzt sich dieser Trend fort: Grimaldo führt das Ranking erneut an und kommt bislang auf 14 Tore und 11 Vorlagen in 40 Partien – erstmals erzielte er dabei sogar mehr Tore als Assists.
Insgesamt war der Spanier in seinem letzten Jahr bei Benfica sowie in drei Jahren in Leverkusen an fast 100 Toren direkt beteiligt. Das ist mit großem Abstand europäischer Spitzenwert auf seiner Position.
Europas torgefährlichste Verteidiger seit 2022:
1. Alejandro Grimaldo

98 Torbeteilgungen in 193 Spielen
2. Federico DiMarco

67 Torbeteiligungen in 182 Spielen
3. Jeremie Frimpong

67 Torbeteiligungen in 172 Spielen
4. Achraf Hakimi

60 Torbeteiligungen in 161 Spielen
5. Trent Alexander-Arnold

48 Torbeteiligungen in 156 Spielen
Grimaldos Qualitäten auf und neben dem Platz
Was Alejandro Grimaldo besonders macht, ist vor allem sein linker Fuß. Der Spanier verfügt über eine außergewöhnliche Schusstechnik und sorgt mit präzisen Flanken, gefährlichen Abschlüssen und starken Standardsituationen regelmäßig für Gefahr. In der laufenden Saison erzielte er bereits fünf direkte Freistoßtore und unterstrich damit einmal mehr seinen Ruf als einer der besten Standardschützen Europas.
Hinzu kommt seine wachsende Bedeutung im Spielaufbau. Nach dem Abgang von Florian Wirtz zum FC Liverpool rückte Grimaldo im Offensivspiel immer wieder in eine spielgestaltende Rolle. Mit klugen Pässen, öffnenden Zuspielen und eigenem Zug zum Tor füllte er diese Aufgabe erfolgreich aus.
Darüber hinaus trat der 30-Jährige in dieser Saison auch als Führungsspieler hervor. Nach den Abgängen von Lukas Hradecky und Granit Xhaka wurde Grimaldo zum Co-Kapitän ernannt. Beim 6:3-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg soll er laut Insider-Berichten in der Halbzeit die Ansprache gehalten haben, nachdem Leverkusen mit 2:3 zurücklag. Anschließend drehte die Werkself die Partie – auch dank ihres neuen Leaders.
Grimaldos Zukunft bleibt offen
Aktuell befindet sich Bayer 04 Leverkusen nur knapp hinter den Champions-League-Plätzen. Das Erreichen der Königsklasse gilt intern als besonders wichtig, um Grimaldo auch über den Sommer hinaus halten zu können. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2027, zudem würde Bayer 04 Leverkusen den Leistungsträger unbedingt halten wollen.
Allerdings liebäugelt der Spanier schon länger mit einer Rückkehr in seine Heimat. Sollte Leverkusen die Qualifikation für die Champions League verpassen, könnte der vielleicht beste Außenverteidiger der Vereinsgeschichte im Sommer Adios sagen.
