Kommt jetzt endlich Ruhe rein? Kovac kündigt Adeyemi-Gespräch an

Der BVB geht sportlich stabil ins neue Jahr, doch abseits des Platzes bleibt eine Personalie weiter im Fokus: Karim Adeyemi. Trainer Niko Kovač will nun eingreifen und ein klärendes Gespräch führen.
Niko Kovac will ins Gespräch mit Karim Adeyemi
Niko Kovac will ins Gespräch mit Karim Adeyemi / Pau Barrena/GettyImages
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Nach einer kurzen Winterpause hätte bei Borussia Dortmund eigentlich Ruhe einkehren können. Tabellenplatz zwei, eine funktionierende Defensive und ordentliche Ausgangslage für die Rückrunde sprechen sportlich für sich. Dennoch bleibt die Stimmung rund um den Klub angespannt, was vor allem an einer bekannten Personalie liegt.

Neben der offenen Zukunft von Nico Schlotterbeck sorgt erneut Karim Adeyemi für Diskussionen. In den vergangenen Wochen reihten sich die Schlagzeilen aneinander. Themen wie der Strafbefehl wegen Waffenbesitzes, emotionale Aussetzer auf dem Platz und Spekulationen über einen möglichen Abschied bestimmten das Bild. Am Freitag in Marbella kündigt Trainer Niko Kovač nun selbst ein Gespräch an.

Denkpause nach dem Gladbach-Spiel

Auslöser für das angekündigte Gespräch war der Auftritt beim 2:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach Mitte Dezember. Kovač war mit der Leistung seines Angreifers unzufrieden und nahm ihn noch während der Partie vom Feld. Die Reaktion folgte prompt. Adeyemi verließ den Platz sichtbar frustriert und stand wenig später kurz davor, direkt in die Kabine zu verschwinden.

Sportdirektor Sebastian Kehl griff ein und stellte klar, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel sei. Nach dem Spiel fand er deutliche Worte: "Das gehört sich nicht, und das weiß auch Karim. Deswegen wird er dafür eine Geldstrafe bekommen." Die Sanktion war damit ausgesprochen, ein persönliches Gespräch mit dem Trainer stand jedoch noch aus.

Kovac sucht das direkte Gespräch

Dieses soll nun im Trainingslager in Marbella nachgeholt werden. Kovač kündigte an, die Situation gemeinsam aufzuarbeiten: "Das wollen wir hier noch einmal im persönlichen Gespräch unter vier, sechs oder acht Augen – je nachdem, wer da teilnimmt – noch einmal durchgehen." Ziel ist es, klare Linien zu ziehen und die Erwartungen für den weiteren Saisonverlauf eindeutig zu formulieren.

Der Trainer betonte zugleich, dass er Adeyemi gut kenne und an dessen Einsicht glaube: "Karim ist von Haus aus ein sehr, sehr guter Junge. Ich weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Das wird er sicherlich auch dementsprechend wieder verändern", erklärte Kovač.

Ruhe für den Rest der Saison?

Die Pause über die Feiertage könnte Adeyemi geholfen haben, Abstand zu gewinnen und das eigene Verhalten zu reflektieren. Gelingt das Gespräch, hätte der BVB zumindest intern die Chance, das Thema abzuschließen und den Fokus wieder vollständig auf den sportlichen Bereich zu lenken.

Unabhängig davon bleibt die langfristige Perspektive offen. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass internationale Topklubs die Situation des Angreifers aufmerksam verfolgen. Ein weiteres Zerwürfnis mit der sportlichen Führung könnte die Dynamik schnell verändern. Für den Moment setzt der BVB jedoch auf Klärung statt Eskalation.


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