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Kommentar zum möglichen Füllkrug-Transfer: Clemens Fritz hat nichts gelernt

Niclas Füllkrug steht angeblich vor einer Rückkehr zu Werder Bremen. Es wäre ein Transfer, der zeigt: Geschäftsführer Clemens Fritz macht die gleichen Fehler wie vor einem Jahr. Ein Kommentar.
Clemens Fritz erlebt mit Werder erneut eine schwierige Transferphase
Clemens Fritz erlebt mit Werder erneut eine schwierige Transferphase | picture alliance/GettyImages

Eigentlich verlief der Start in diesen Transfersommer aus Sicht von vielen Werder-Fans relativ gut. Früh gaben die Grün-Weißen die Verpflichtungen von Kenny Quetant und Chuki bekannt, zwei jungen Spielern mit großem Potenzial.

Das machte Hoffnung, dass Fußball-Geschäftsführer Clemens Fritz aus dem katastrophalen letzten Sommer gelernt hatte, als er einen Großteil der Neuzugänge erst Ende August holte und dabei auch noch oft daneben griff.

Rückfall in alte Muster

Victor Boniface und Maximilian Wöber waren quasi dauerverletzt, am Ende rettete sich Werder mit Ach und Krach. Die Hoffnung war nach dem guten Start wie gesagt groß, dass Fritz und Sportdirektor Peter Niemeyer jetzt endlich den Schalter umgelegt haben.

Zwei Wochen vor dem Ende des Transferfensters muss man konstatieren: Sie haben den Schalter nicht umgelegt. Stattdessen hört man nahezu dieselben Sätze wie letztes Jahr.

"Wir gucken am Markt, was möglich ist – und wenn sich irgendwie eine Tür öffnet, dann nehmen wir die natürlich gerne wahr", erklärte Fritz etwa beim Tach der Fans.

Das klang letztes Jahr ähnlich – und kurz darauf kam Victor Boniface. Und jetzt wird plötzlich wieder das Thema Niclas Füllkrug heiß.

Füllkrug-Transfer wäre ein fatales Zeichen

Weil West Ham United den Stürmer mittlerweile auch ablösefrei ziehen lassen würde, haben die Gerüchte um eine Rückkehr des 33-Jährigen an die Weser wieder Fahrt aufgenommen. Sollte es wirklich zu diesem Transfer kommen, muss man festhalten: Clemens Fritz hat nichts gelernt.

Niclas Fullkrug
Niclas Füllkrug konnte bei Milan nicht überzeugen | Image Photo Agency/GettyImages

Füllkrug ist über seinem Zenit und dazu verletzungsanfällig. In den letzten zwei Jahren fiel er insgesamt 221 Tage aufgrund verschiedenster Verletzungen aus – abgesehen davon, dass er in dieser Zeit ganze vier Treffer erzielen konnte.

Es wäre also grob fahrlässig von Werder, Füllkrug wirklich zu verpflichten, aller Fußballromantik zum Trotz. Die Fragezeichen sind zu groß und die Alarmglocken zu laut, zumal Trainer Daniel Thioune am Anfang der Transferphase noch erklärte, er wolle Spieler, die auch immer verfügbar sind – und das ist Füllkrug nicht.

Fritz' fragwürdige Sturmplanung

Stattdessen ist die Chance groß, dass aus Füllkrug ein zweiter Boniface werden könnte. Dass Fritz nach dem Fiasko mit dem Nigerianer jetzt wieder auf den letzten Drücker einen verletzungsanfälligen Stürmer verpflichten will, unterstreicht die unglückliche Figur, die der 45-Jährige in Transferphasen bislang abgegeben hat.

Quetant, Chuki, Dariusz Stalmach oder auch Oskar Wojcik waren gute und auch mutige Transfers, warum setzt man womöglich im Sturm, der größten Problemzone des Teams, womöglich im zweiten Jahr in Folge auf einen verletzungsanfälligen Stürmer, der in Füllkrugs Fall auch noch hinter seinem Zenit ist.

Tomas Bobcek
Tomas Bobcek wäre eine deutlich bessere Wahl als Füllkrug – aber auch teurer | NurPhoto/GettyImages

Es ist verständlich, dass Fritz und Niemeyer nicht mit einem Trio aus Quetant, Cedric Itten und Salim Musah in die Saison gehen wollen. Bis auf Musah hat noch keiner Bundesliga gespielt. Die Verpflichtung eines weiteren Stürmers mit einer gewissen Erfahrung macht also durchaus Sinn.

Aber wieso dann Füllkrug? Werder wurde im Transferfenster mit vielen spannenden Angreifern in Verbindung gebracht: Willem Geubbels, Thijs Dallinga oder Tomas Bobcek. Bei Letzterem ist Werder sogar noch in der Verlosung.

Es muss Konsequenzen geben

Der Pole wäre zwar nicht billig, aber eine sofortige Verstärkung. Außerdem hat Werder unter dem Strich bislang ein Transferplus von knapp 14 Millionen Euro erwirtschaftet – und Karim Coulibaly könnte den Verein noch verlassen, genauso wie Justin Njinmah.

Ja, Werder muss auf dem Transfermarkt immer noch kreativ werden, das zeigen die vielen ablösefreien Verpflichtungen, aber eine Verpflichtung von Füllkrug wäre das genaue Gegenteil: nämlich unkreativ und ein Rückfall in alte Muster.

Werder Bremen - Interview with Managing Director Clemens Fritz
Muss Fritz nach der Saison gehen? | picture alliance/GettyImages

Sollte Füllkrug wirklich kommen und floppen, dann kann es ein "Weiter so" mit Clemens Fritz nicht geben. Einen solch gravierenden Fehler in der Kaderplanung womöglich zwei Jahre in Folge zu machen, darf dann nicht ohne Konsequenzen bleiben.


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