Kommentar: Sollte Schalke nochmal mit Matriciani verlängern?
Von Yannik Möller

Durch den äußerst unglücklichen Kreuzbandriss ergibt sich bei Henning Matriciani die Ausgangslage, dass im Verletztenstatus sein Vertrag beim FC Schalke auslaufen wird. Zum Juli, wenn die aktuelle Saison dann auch ganz offiziell endet, wird er aller Voraussicht nach noch nicht wieder fit, aber dann vereinslos sein.
Im 'Schalker Markt'-Podcast von Sky machte Dirk große Schlarmann folgenden Vorschlag: Eigentlich, so der Sky-Reporter, müsse Schalke "als Kumpel- und Malocher-Klub" ihm zur Unterstützung einen neuen Einjahresvertrag anbieten - natürlich zu reduzierten Konditionen. Als Hintergrund nennt Schlarmann das stets vorbildliche Verhalten von Matriciani, der in den letzten Jahren und auch ohne Einsätze in dieser Saison durch Zuverlässigkeit und Engagement aufgefallen ist.
Schalke kann sich derartige Geschenke einfach nicht erlauben
Die Argumentation ist nachvollziehbar und schlüssig. Trotzdem kann Schalke es sich nicht erlauben, Geschenke zu verteilen - schon gar nicht finanzieller Natur. Der aktuelle Spitzenreiter der 2. Bundesliga hat Matriciani bereits mit einem für sein Können äußerst großzügigen Vertrag ausgestattet.
Einem Bericht der Sportbild vom vergangenen November zufolge ist Matriciani beim Grundgehalt von etwa 30.000 bis 40.000 Euro an Monatsgehalt zuzuordnen. Damit steht er in der selben Kategorie wie etwa Loris Karius oder Hasan Kurucay und sogar noch über Soufiane El-Faouzi (20.000 bis 30.000 Euro) oder Mertcan Ayhan und Vitalie Becker (beide bei 10.000 bis 20.000 Euro). Das liegt daran, dass sein Vertrag bei der letzten Verlängerung im Mai 2023 einem noch nicht ganz so strengen Finanz-Regime unterlag.
Kurzum: Schalke hat Matriciani bereits mit dem Vertrag seines Lebens ausgestattet. Diesen sollte man nun auch zum Saisonende auslaufen lassen.
Natürlich könnten Gedankenspiele herangezogen werden. Etwa das für dieses halbe Jahr ausstehende Gehalt auf den Einjahresvertrag zu strecken, sodass keine Mehrkosten anfallen. Aber auch dann bliebe das Problem, dass der Profi-Kader einen weiteren Spieler umfasst, der nicht wechseln, aber zugleich auch nicht spielen wird. Bei Königsblau ist ein zu großer Kader häufiger das Problem, sodass hier keine unnötige Baustelle aufgemacht werden sollte.
Falls sich Matriciani dazu bereit erklären würde, einen klaren U23-Vertrag mit einer sehr, sehr deutlichen Gehaltsreduzierung zu unterschreiben, wäre das ein anderes Thema. Aber das müsste auch zum finanziellen Rahmen sowie zur personellen Planung der U23 passen. Wäre der 25-Jährige dort eine nennenswerte Verstärkung, hätten sie seine Dienste vermutlich schon angefordert.
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