Im Winter 2025 war Jusuf Gazibegovic für rund zwei Millionen Euro zum 1. FC Köln gewechselt, mit dem er dann auch prompt in die Bundesliga aufstieg. Nun, nur etwas mehr als ein Jahr später, ging der 25-jährige Außenverteidiger leihweise zurück zu Sturm Graz.
Der Hintergrund ist klar: Unter Lukas Kwasniok spielte Gazibegovic überhaupt keine Rolle. Nur einen einzigen Einsatz hat er zu verzeichnen gehabt, für etwas mehr als 20 Minuten nach einer Einwechslung am zweiten Spieltag. Ansonsten schaffte er es oftmals gar nicht erst in den Kader. Was bei ihm offenbar auf sehr wenig Verständnis trifft.
"Ich habe eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt, kann mich an kein Spiel erinnern, wo ich etwas falsch gemacht oder nicht gezeigt hätte, dass ich unbedingt will. Dann kamen die ersten Pflichtspiele, ich war nur im Kader und habe nicht gespielt", blickte Gazibegovic jetzt im 'BlackFM'-Podcast auf die Hinrunde beim Effzeh zurück (via Geissblog). "Da habe ich schon signalisiert: Okay, vielleicht wäre es besser zu gehen."

"Das macht keinen Sinn": Gazibegovic musste den Effzeh verlassen
Kwasniok habe ihm jedoch versichert, dass er zufrieden mit ihm sei und dass er einen guten Job mache. Spätestens mit der Rückkehr von der bosnischen Nationalmannschaft in der ersten Länderspielpause gab es dann jedoch den Knackpunkt: "Es war alles okay, dann bin ich zurückgekommen und zack war es vorbei - gefühlt aus dem Nichts. Das war das erste Mal, wo ich dachte: Okay, ich habe nicht verstanden, was genau ich falsch gemacht habe."
"Ich habe es einfach nicht verstanden und natürlich oft die Gespräche gesucht, warum ich nicht spiele und nicht dabei bin", erklärte der Rechtsverteidiger. Im weiteren Laufe der Hinrunde habe er sich dann auch keine Hoffnungen mehr gemacht, führte Gazibegovic aus: "Irgendwo habe ich dann gesehen: Das macht keinen Sinn. Irgendwann war der Moment gekommen, wo ich mich entscheiden musste. Ich will hier weg. Ich muss unbedingt spielen, ich will auch das Nationalteam nicht komplett verlieren."
Eine damalige Aussage seitens Kwasniok, dass viele Spiele in der Bundesliga auch durch die körperliche Größe der Spieler entschieden werden, konnte der 1,74 Meter große Bosnier nicht nachvollziehen. "Das macht es zu einfach", kritisierte er. Grundsätzlich habe aber nun einmal jeder Trainer "seine Präferenzen": "Das ist Fußball. Ich bin keinem sauer."
Zum Sommer wird Gazibegovic wieder nach Köln zurückkehren. An dieses Szenario denke er aber noch gar nicht, betonte er: "Natürlich bin ich mit dem Plan hierher gekommen, zu spielen, wieder in den Rhythmus zu kommen und zu zeigen, was ich kann. Ich möchte mich auf der größten Bühne zeigen, das ist ganz klar. Aber derzeit bin ich voll auf das Hier fokussiert."
