Im Verlauf der vergangenen Wochen gab es durchaus mal das ein oder andere Abschiedsgerücht um Marvin Schwäbe. Die Nummer eins des 1. FC Köln hatte das mit eigenen Aussagen befeuert. Sein Vertrag am Geißbockheim ist nur noch bis 2027 gültig.
Doch selbst wenn Schwäbe mit nur noch einem Jahr Restvertrag in die neue Saison starten sollte, wird sich an seinem Status als Nummer eins nichts ändern. Zumal die Bild Mitte Juni berichtete, dass sich das Arbeitspapier bei einer gewissen Anzahl an Spielen automatisch bis 2028 verlängern würde. Lediglich rund 20 Einsätze soll Schwäbe dafür brauchen.
Wagner bestätigt Schwäbe als Kapitän
Ein Abgang des Keepers ist also alles andere als akut. Vielmehr wird er auch 26/27 Effzeh-Kapitän bleiben. René Wagner bestätigte am Freitag gegenüber der Bild, dass der 31-jährige Stammkeeper weiterhin mit der Binde zwischen den Pfosten stehen wird.
"Marvin kennt den Verein, ist jetzt lange genug da. Er hat schwere Zeiten durchlebt, aber auch Top-Zeiten im ersten Jahr mit der Conference-League-Qualifikation. Ich glaube, er hat alles mal gesehen", begründete Wagner an seinem 38. Geburtstag seine Entscheidung. Vizekapitän bleibt derweil Schwäbe-Vertreter Ron-Robert Zieler.
"Marvin ist in der Kabine eine laute Stimme. Er sagt offen, wenn ihn etwas stört. Das sieht man auch im Training. Da machen beide Torhüter den Mund auf, sind laut und wollen organisieren", führte Wagner weiter aus. Der Effzeh-Trainer betonte dabei auch das gute Verhältnis zu Schwäbe: "Wir vertrauen uns. Ich glaube, ich habe einfach einen Top-Mann an meiner Seite, der für uns alle durchs Feuer geht."
Mit einem Torhüter als Kapitän braucht es einen Feldspieler auf dem Platz, der sich an den Schiedsrichter wenden darf. Wer das sein wird, will Wagner erst in den kommenden Wochen entscheiden. Gut möglich, dass das auch von weiteren Transfers abhängig ist. Bekanntermaßen fahnden die Geißböcke noch nach einem Martel-Nachfolger im Mittelfeldzentrum.
"Wir werden gucken, dass wir auch immer auf dem Feld jemanden haben, der dort die Verantwortung übernehmen kann. Aber da müssen wir erst mal schauen, wer sich da im Laufe der Vorbereitung in die Position reinspielt", meinte Wagner dazu.
"Tacheles-Gruppe" statt Mannschaftsrat
Beim Thema Mannschaftsrat erläuterte Wagner unterdessen eine eigene Meinung. Er wisse demnach nicht, ob es dieses Gremium unter ihm noch weiter geben wird. "Das ist ein Thema, das vor allem in Deutschland sehr, sehr hoch gehalten wird. In anderen Ländern gibt es keinen Mannschaftsrat, sondern Leadership-Gruppen an Spielern, die sich selber herauskristallisieren", wurde Wagner am Freitag vom Geissblog zitiert.
Eine solche "Leadership-Gruppe" habe es beim Effzeh letzte Saison bereits gegeben. "Die haben die Jungs 'Tacheles-Gruppe' genannt“. Da wurde offen miteinander gesprochen, da bin ich dann nicht dabei."
Tacheles geredet hat der FC-Cheftrainer jetzt auch in Sachen Kapitän!
