Im Januar 2021 war es soweit: Sead Kolasinac kehrte erstmals seit seinem Abschied dreieinhalb Jahre zuvor zum FC Schalke zurück. Damals wollte er mit der Rückrunden-Leihe seinen Teil dazu beitragen, seinen Herzensklub vor dem Abstieg zu bewahren – was schlussendlich aber nicht als Erfolgsgeschichte endete.
Nun, zum Sommer 2026, könnte Kolasinac unter gänzlich anderen Vorzeichen zurückkehren. Königsblau ist als Zweitliga-Meister wieder aufgestiegen und bereitet sich auf die Bundesliga vor, während der Vertrag des Abwehrspielers bei Alatanta Bergamo ausläuft. Dementsprechend gibt es zurzeit so einige Spekulationen um eine potenzielle Rückkehr. Ein Szenario, mit dem sich der S04 zumindest beschäftigt (90min berichtete).
Somit stellt sich jedoch die Frage, wie wahrscheinlich eine erneute Kolasinac-Rückehr tatsächlich ist. Wie stehen die Chancen der Knappen, den 32-jährigen Nationalspieler von Bosnien wieder in den Pott zu holen?
Kolasinac-Comeback ist unwahrscheinlich: Drei Gründe sprechen dagegen
Laut der WAZ gibt es bislang noch keinerlei Verhandlungen zwischen Schalke und Kolasinac. Insgesamt, da ist sich die rund um S04-Angelegenheiten zumeist gut informierte Zeitung ziemlich sicher, ist dieser Wechsel doch unwahrscheinlich.
Das liegt vorrangig an drei Faktoren. Zum einen geht es dabei um seine erhöhte Verletzungsanfälligkeit. Miron Muslic hatte bereits inmitten der nun abgeschlossenen Saison ein sogar sehr deutliches Plädoyer dafür gehalten, dass sich (seine) Spieler selbst möglichst fit zu halten und so regelmäßig wie möglich zur Verfügung zu stehen haben. Bei Kolasinac kam über die letzten Jahre die ein oder andere Muskelverletzung zusammen, dazu der Kreuzbandriss, der ihn im vergangenen Jahr vom April bis in den späten Oktober lahm legte.
Zum anderen hat Schalke bislang keinen nennenswerten Bedarf an weiterer Verstärkung für die Abwehr, während eine erneute Rückholaktion vergleichsweise kostspielig für die Gelsenkirchener werden würde.

Sollte Kolasinac seinen auslaufenden Vertrag bei Atalanta nicht verlängern, was laut Sky längst nicht sicher ist, wäre er zwar ablösefrei zu haben. Bei solchen Verpflichtungen wird aber in der Regel ein entsprechend höheres Handgeld fällig. Dazu müsste er auf sehr viel Gehalt verzichten – und trotzdem müsste der Aufsteiger einen weiteren Spitzenverdiener beherbergen.
Doch in der Innenverteidigung, in der seit inzwischen mehreren Spielzeiten heimisch ist, hat Schalke schlichtweg keinen Bedarf. Hasan Kurucay und Nikola Katic dürften weiterhin als Stammspieler angedacht sein. Mertcan Ayhan gilt zwar als Verkaufskandidat, doch würde man sich gegen einen Verbleib sicher nicht wehren. Timo Becker könnte als Teil einer Dreierkette wieder nach innen rücken, dazu bleibt auch Felipe Sanchez eine Option.
Es scheint also, als müsste doch noch viel zusammenkommen, als dass sich Schalke und Kolasinac tatsächlich konkret annähern. Auf den ersten Blick würde eine Rückkehr aus sportlicher wie finanzieller Sicht erstmal wenig Sinn ergeben. Das könnte sich mit ein, zwei Abgängen in der Defensive zwar noch ändern – doch ist das eben längst nicht in Stein gemeißelt.
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