Mit Jürgen Klopp beginnt beim DFB ein Neustart auf allen Ebenen. Der neue Bundestrainer soll den deutschen Fußball wieder erfolgreicher machen – und plant dafür weit mehr als nur Veränderungen rund um die Nationalmannschaft. Auch die Strukturen im Verband will der 59-Jährige grundlegend weiterentwickeln.
Klopp will den gesamten DFB weiterentwickeln
Klopp will beim DFB nicht nur die Nationalmannschaft weiterentwickeln, sondern den gesamten Verband auf den Prüfstand stellen. "Meine Hauptaufgabe ist es, der A-Nationalmannschaft zu helfen. Das funktioniert aber nur, wenn im Unterbau sehr gut gearbeitet wird", erklärte der 59-Jährige.
Sein Ziel sei es, sämtliche Abläufe kritisch zu hinterfragen: "Wir sollten besseren Fußball spielen, aber wir müssen auch ganz viele andere Dinge ändern. Dafür muss man Leute haben, die sich gemeinsam mit mir darum kümmern, weil wir jeden Stein umdrehen wollen. Wenn unter dem Stein was ist, was gut ist, dann machen wir es wie vorher. Wenn unter dem Stein was ist, was angepasst werden muss, dann machen wir das."
Bei dieser Aufgabe setzt Klopp auf ein neu formiertes Team. Ab Januar übernimmt Weltmeister Per Mertesacker als Geschäftsführer die Nachfolge von Andreas Rettig. Zudem holt der neue Bundestrainer seinen langjährigen Vertrauten Marc Kosicke zum DFB, der künftig als "Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation" tätig sein wird. Komplettiert wird Klopps Trainerstab von Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender. Torwarttrainer Andreas Kronenberg sowie Standardtrainer Mads Buttgereit bleiben dagegen auch unter dem neuen Bundestrainer an Bord.
Klare Spielidee, neue Rolle für Kimmich und eine Schlüsselposition
Auch auf dem Platz hat Klopp eine klare Vorstellung davon, wie seine Mannschaft auftreten soll. Große taktische Experimente sind nicht geplant. Stattdessen setzt der ehemalige Liverpool-Coach auf seine bewährten Prinzipien: eine Viererkette, konsequentes Flügelspiel und eine klare Rollenverteilung.
Die Nationalspieler sollen möglichst auf den Positionen eingesetzt werden, die sie auch bei ihren Klubs bekleiden. Davon dürfte vor allem Joshua Kimmich profitieren. Laut Bild plant Klopp, den Bayern-Star wieder dauerhaft im defensiven Mittelfeld einzusetzen, anstatt ihn wie zuletzt häufig als Rechtsverteidiger aufzubieten.
Damit rückt die Besetzung der rechten Abwehrseite stärker in den Fokus. Dort muss der neue Bundestrainer eine langfristige Lösung finden. Als möglicher Kandidat gilt laut Sky der 18-jährige Rafael Pinto Pedrosa vom Karlsruher SC, dem große Zukunftschancen eingeräumt werden.
Alles neu unter Klopp: Mutig in eine bessere Zukunft
Seinen ersten Kader wird Klopp voraussichtlich Anfang September nominieren, wenig später feiert er in der Nations League gegen die Niederlande sein Debüt als Bundestrainer. Schon für das erste Lehrgang will der 59-Jährige neue Akzente setzen: Die Nationalmannschaft soll früher als zuletzt zusammenkommen, zudem kündigte Klopp personelle Überraschungen an. "Ich bin mutig", sagte er selbstbewusst.
Um sich ein möglichst genaues Bild von seinen Kandidaten zu machen, will der neue Bundestrainer künftig regelmäßig Spiele im In- und Ausland besuchen. Seine vorläufige Liste umfasst nach eigenen Angaben bereits 57 Feldspieler. Gleichzeitig richtete Klopp eine deutliche Botschaft an alle potenziellen Nationalspieler.
"Jeder, der berechtigt ist, für Deutschland zu spielen, sollte sich Mühe geben, weil ich genau hingucken werde. Die Tür zur Mannschaft ist offen. Heute ist für alle, die Bock darauf haben, ein Neustart."Bundestrainer Jürgen Klopp
Damit macht Klopp unmissverständlich klar: Jeder beginnt bei null und jeder hat die Chance, sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Das neue DFB-Kapitel hat bereits begonnen.
