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Kimmich-Debatte: Nagelsmann stellt klar – Matthäus widerspricht

Der Rekordnationalspieler fordert Kimmich zurück im zentralen Mittelfeld. Für den Bundestrainer ist ein Positionswechsel des DFB-Kapitäns dagegen derzeit kein Thema.
Julian Nagelsmann hält an Kimmichs Position fest
Julian Nagelsmann hält an Kimmichs Position fest | Alexander Hassenstein/GettyImages

Nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador ist die Diskussion um Joshua Kimmichs Rolle in der deutschen Nationalmannschaft neu entfacht. Während Rekordnationalspieler Lothar Matthäus den DFB-Kapitän wieder im zentralen Mittelfeld sehen möchte, hält Bundestrainer Julian Nagelsmann weiterhin an seiner Entscheidung fest, den Bayern-Profi als Rechtsverteidiger einzusetzen.

Matthäus fordert Kapitän Kimmich im Mittelfeld

Vor allem die Leistung der deutschen Zentrale gegen Ecuador ließ die Debatte erneut aufflammen. Für Matthäus ist die Lösung eindeutig. "Tut ihm einen Gefallen und holt ihn da hinten weg", appellierte der Weltmeister von 1990 in Richtung Nagelsmann.

Zwar lobte der 65-Jährige den Einsatz seines Nachfolgers als DFB-Kapitän, doch auf der rechten Abwehrseite könne Kimmich nicht den Einfluss auf das Spiel nehmen, den er sich von einem Führungsspieler wünsche.

Sein Fazit fiel entsprechend deutlich aus: "Er ist nicht da, wo er sein soll." Für viele Fans dürfte diese Forderung angesichts der zuletzt wackligen Auftritte von Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha im zentralen Mittelfeld durchaus nachvollziehbar sein.

Nagelsmann bleibt bei seiner Linie

Der Bundestrainer denkt trotz der anhaltenden Diskussionen nicht an einen Positionswechsel. Als wichtigstes Argument führt Nagelsmann Kimmichs Leistungen bei der Heim-EM 2024 an: "Jo war bei der EM ein Top-Rechtsverteidiger mit den mit Abstand besten Werten."

Zudem sehe er im zentralen Mittelfeld keinen Handlungsbedarf. "Pavlovic soll dann auf die Bank, oder was? Ich finde, dass Aleks und Felix es gut machen", erklärte der 38-Jährige und stellte unmissverständlich klar: "Ich habe es nicht geplant." Kimmich selbst hielt sich aus der Debatte heraus und vermied nach der Niederlage gegen Ecuador eine öffentliche Stellungnahme zu seiner Rolle.

Deutschlands größte Baustelle?

Dass Nagelsmann seine Meinung noch ändert, erscheint derzeit äußerst unwahrscheinlich. Das liegt nicht nur an seinem Vertrauen in Pavlovic und Nmecha, sondern auch an der personellen Situation auf der rechten Abwehrseite.

Der Bundestrainer verzichtete bewusst auf die Nominierung eines weiteren etatmäßigen Rechtsverteidigers wie Benjamin Henrichs oder Josha Vagnoman. Selbst ein defensiver Hybridspieler wie Yann Bisseck fehlt im Kader.

Dadurch ist Kimmich auf seiner Position nahezu alternativlos. Die einzige denkbare Option wäre Nathaniel Brown, der zwar kein gelernter Rechtsverteidiger ist, diese Rolle aber übernehmen könnte, während David Raum auf die linke Seite rücken würde.

Nach aktuellem Stand spricht jedoch nichts für eine solche Umstellung. Gerade mit Blick auf ein mögliches WM-Achtelfinale gegen Frankreich und die enorme Geschwindigkeit der Offensivspieler von Les Bleus könnte sich diese Personalplanung jedoch noch als entscheidender Schwachpunkt der deutschen Mannschaft erweisen.


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