Schlussendlich war es keine große Überraschung, dass sich RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach die drei Punkte sichern konnte. Aufgrund des erst späten Siegtreffers, den Yan Diomande in der 80. Spielminute erzielen konnte, ärgerte sich die Fohlenelf natürlich trotzdem über die knappe Niederlage.
Während der Klassenerhalt zwar wahrscheinlich, aber noch offen bleibt, standen beim Auswärtsspiel in Leipzig auch deutliche Fan-Proteste seitens der Borussia im Fokus. Schon im Vorlauf zum Spiel hatte es eine Art Boykott-Aufruf gegeben (90min berichtete). Während des Spiels gab es dann noch Spruchbänder, die sich an Rocco Reitz richteten und ihn für den bevorstehenden Wechsel zu RBL kritisierten.
"Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein", war auf einem Banner zu lesen. "Keine Akzeptanz für Reitz" stand auf einem anderen. Beide Plakate waren in Anlehnung an die noch immer sehr deutliche Ablehnung der Gladbach-Szene gegenüber RB Leipzig formuliert.
Polanski und Schröder geben sich gelassen – Teamkollegen mit Support für Reitz
"Als bekannt wurde, dass er zu RB gehen wird, habe ich gesagt, dass auf ihn und den Klub etwas zukommen wird", gab sich Eugen Polanski hinsichtlich dieser deutlichen Kritik nach dem Spiel wenig überrascht (via Rheinische Post). Der Cheftrainer betonte: "Es gibt Meinungsfreiheit und daher haben die Fans ein gutes Recht, solche Plakate zu machen. Rocco weiß das und muss da durch. Er und wir als Klub haben uns darauf eingestellt."
Rouven Schröder wiederum habe "die Plakate gar nicht mitbekommen". Der Sportdirektor erklärte jedenfalls: "Aber der Klub steht zusammen und die Frage nach Fans und Mannschaft stellt sich mir nicht." Er selbst konnte auf eine versöhnliche Rückkehr nach Leipzig blicken, wo er für zwischen 2023 und 2024 bereits tätig war. "Ich hatte nichts anderes erwartet", gab er zu Protokoll.
Mit Philipp Sander und Moritz Nicolas äußerten sich auch noch zwei Teamkollegen von Reitz zu der Fan-Ablehnung ihm gegenüber. "Ich kann das, was die Fans machen, nicht beeinflussen. Ich glaube, Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach so einer Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird", betonte Sander und ergänzte: "Wir als Mannschaft stärken ihm den Rücken. Er ist sportlich wichtig für uns, daher ist das Ganze für uns gar kein Thema."
"Rocco ist unser Kapitän, wir sind eine Mannschaft, jeder steht für jeden ein. Ich hätte ihn gern in Gladbach behalten, aber er hat seine Entscheidung getroffen, die gilt es zu akzeptieren", wollte auch Nicolas, der seine Mannschaft über weite Strecken noch im Spiel gehalten hatte, das Thema im weiterhin engen Saison-Endspurt nicht überhöhen. "Für uns alle sollte der Abstiegskampf zählen, weil wir noch Punkte holen müssen. Das ist mein einziger Fokus und sollte bei uns allen so sein."
