Nach langem Hin und Her verlängerte Nico Schlotterbeck seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2031 – doch den DIskussionen um seine Zukunft tat das keinen Abbruch. Dafür sorgt die Ausstiegsklausel, die bereits in diesem Sommer gültig ist und von ausgewählten Klubs gezogen werden kann.
Auch die BVB-Fans sind weiterhin eher genervt von dem Thema, pfiffen Schlotterbeck im ersten Spiel nach der Verlängerung gnadenlos aus. Auch Sky-Experte Dietmar Hamann kritisierte den Deal: "Dass Dortmund das mitmacht, dass eine Ausstiegsklausel schon drei Monate oder zehn Wochen nach Vertragsunterschrift gezogen werden kann, verstehe ich von Vereinsseite nicht."
Jetzt hat der 52-Jährige noch einmal nachgelegt.
Ein "fataler" Deal?
"Der einzige Grund, warum er den Vertrag unterschrieben hat, ist, dass er im Moment keinen anderen hatte, der bereit war, die Ablöse zu zahlen."Dietmar Hamann (Sky90)
In der Sendung Sky90 erklärte Hamann: "Der einzige Grund, warum er den Vertrag unterschrieben hat, ist, dass er im Moment keinen anderen hatte, der bereit war, die Ablöse zu zahlen. Die Bayern haben bei Dayot Upamecano eine Ausstiegsklausel einbauen müssen, die nächstes Jahr oder im nächsten Sommer gilt."
Das hätten die Dortmunder auch machen müssen, sagte er. "Aber eine Ausstiegsklausel in zwei oder drei Monaten zu machen, halte ich für fatal. Das ist eine Vertragsverlängerung, bei der beide Parteien die Verlierer sind", schloss Hamann.
Fehlende BVB-Identifikation?
"Wenn ich Fan wäre oder ein Kind hätte, das ein Dortmund-Trikot will, dann würde ich versuchen, ihm auszureden, ein Schlotterbeck-Trikot zu wollen, weil er wahrscheinlich in zwei oder drei Monaten nicht mehr da ist."Dietmar Hamann (Sky90)
Doch der Experte ging sogar noch weiter und sprach Schlotterbeck durch die Blume seine Identifikation mit dem BVB ab. "Wenn ich Fan wäre oder ein Kind hätte, das ein Dortmund-Trikot will, dann würde ich versuchen, ihm auszureden, ein Schlotterbeck-Trikot zu wollen, weil er wahrscheinlich in zwei oder drei Monaten nicht mehr da ist. Ich verstehe nicht, dass der Verein da nicht hart geblieben ist – Ausstiegsklausel hin oder her. Ja, soll er sie im nächsten Sommer bekommen, aber doch nicht in zwei Monaten."
Durchaus harte Worte, die aber irgendwo auch den Nerv einiger Fans treffen dürften. Schließlich war bekannt, dass Schlotterbeck am Ende die Alternativen ausgingen, da der FC Liverpool lieber mit Ibrahima Konaté verlängerte und Real Madrid keine ernsthaften Anstrengungen unternahm. Zu den Akten legen sollte man das königliche Interesse dank der Ausstiegsklausel allerdings noch nicht.
