Skip to main content

Karius und Co. zur DFB-Auswahl? Nominierung wäre für Schalke nicht bloß ein Vorteil

Aus egoistisch-sportlicher Perspektive ist klar: Schalke würde von weniger Nationalspielern in dieser Saison profitieren.
VonYannik Möller
Zieht es Loris Karius tatsächlich in die DFB-Auswahl?
Zieht es Loris Karius tatsächlich in die DFB-Auswahl? | NurPhoto/GettyImages

Jüngsten Medienberichten zufolge sollen sich mit Loris Karius, Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi drei Spieler des FC Schalke im zumindest erweiterten Kreis derjenigen befinden, mit denen sich Jürgen Klopp hinsichtlich seiner ersten Kader-Nominierung als neuer Bundestrainer beschäftigt.

Insbesondere rund um Karius gibt es angesichts seiner seit nun etwas über ein Jahr anhaltender Top-Form entsprechende Diskussionen. Geht es wirklich rein um die Leistung, so die Meinung einiger Beobachter, die es auch längst nicht nur selbst mit dem S04 halten, dann müsste der 33-jährige Torwart zumindest zu den ersten drei Keepern der DFB-Auswahl zur bevorstehenden Länderspielpause gehören.

Ehre und Anerkennung für die gute Arbeit – allerdings zulasten des erhofften Klassenerhalts?

Und selbstverständlich, eine Nominierung wäre eine große Ehre für jeden dieser drei Schalke-Spieler und zugleich auch eine Anerkennung für die Arbeit der Gelsenkirchener. Immerhin ist es wohl nicht einfach, als Aufsteiger potenziell mehrere Nationalspieler für Deutschland abzustellen. Grundsätzlich hätten sie sich diese Auszeichnung sicherlich auch verdient.

Dennoch wäre eine ausbleibende Nominierung, ob für einen oder gleich alle drei genannten Spieler, aus Schalke-Sicht alles andere als ein Beinbruch oder gar eine Kränkung. Im Gegenteil: Aus egoistischer Vereinsperspektive wäre es in sportlicher Hinsicht vorteilhaft, würden Karius, Gosens, El-Faouzi und ohnehin alle anderen Nationalspieler (Junior Adamu und Max Wöber sind für Österreich nominiert) daheim bleiben. Das ist doch logisch: Keine doppelte Belastung, weniger Gefahr für etwaige Verletzungen, eine vom Klub gesteuerte Belastung und die regulären Trainingseinheiten mit der Mannschaft.

Jurgen Klopp
Jürgen Klopp wird am Donnerstag seine erste Kader-Auswahl bekanntgeben | Christina Pahnke - sampics/GettyImages

Dieses Argument ist aber auch nicht immer gleich viel wert. Doch explizit in dieser Saison, in der einzelne Ausfälle für Schalke schon den Unterschied zwischen Klassenerhalt und Abstieg ausmachen könnten, wären tendenziell weniger abgestellte Nationalspieler von Vorteil. Es geht eben nicht bloß um einen belanglosen Platz im grauen Tabellenmittelfeld, ob Neunter oder Zwölfter – es geht um die Ligazugehärigkeit.

Man mag sich beispielsweise gar nicht die sportlichen Konsequenzen ausmalen, sollte etwa Karius im Rahmen der DFB-Nominierung verletzt und für einige Spiele ausfallen. So ehrlich muss man sein: Kevin Müller könnte ihn nicht ersetzen, ebenso würde ein Ausfall von El-Faouzi nennenswerte Lücken ins blau-weiße Mittelfeld reißen und ohne Gosens wäre mit Vitalie Becker nur ein einziger Spieler für die linke Schiene übrig.

Nicht falsch verstehen: Alle Schalker können sich zurecht freuen, wenn das Trio oder auch nur einer oder zwei dieser Spieler für Deutschland aufspielen dürfen. Auch das ist eine Bestätigung für die gute Arbeit seit dem Sommer des Vorjahres. In sportlich-egoistischer Hinsicht jedoch könnte man in dieser Spielzeit auch auf diese Ehre verzichten.


Weitere Nachrichten rund um Schalke:

Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu