Bei Borussia Mönchengladbach sorgen nicht nur die zahlreichen vielversprechenden Neuzugänge für neue Euphorie. Auch die Erwartungen an Tim Kleindienst sind hoch. Auf eine starke erste Saison bei den Fohlen, in der er mit 25 Scorerpunkten die Lebensversicherung war, folgte eine ernüchternde Spielzeit, die er beinahe komplett verpasste. Nun will der 30-jährige Knipser wieder voll angreifen.
Das Problem für Kleindienst ist allerdings, dass er nun ernstzunehmende Konkurrenz bekommen hat. Isac Lidberg, der in den vergangenen beiden Jahren 32 Zweitliga-Tore für Darmstadt 98 erzielte, hat sich bei der Borussia schnell eingefunden. Zuletzt steuerte er beim 4:1-Testspielsieg gegen die TSG Hoffenheim zwei Treffer bei. Wenig überraschend hat der Schwede große Ambitionen für seine allererste Bundesliga-Saison.
"Tore sind das beste Argument, oder? Jeder will spielen, das ist doch völlig klar. Ich gebe alles, um dem Trainer die Entscheidung möglichst schwer zu machen. Ich bin fit und fühle mich stark. Das Trainingslager war zwar hart, aber so muss das sein - ich habe es gut weggesteckt", erklärt Lidberg gegenüber Bild offen.
Kleindienst macht Fortschritte, doch Lidberg hat (zunächst) die Nase vorn
Auch Kleindienst hinterließ in der bisherigen Sommervorbereitung zwar einen guten Eindruck, doch das Trainerteam rund um Eugen Polanski ist gut beraten, den sechsfachen A-Nationalspieler nach seiner schweren Meniskusverletzung behutsam ranzuführen. "Tim macht gute Fortschritte. In den Tests hat er zuerst 30, dann 45 und zuletzt 60 Minuten gespielt und sich jedes Mal gesteigert", sagte Polanski.
Die weiteren Eindrücke von den abschließenden beiden Testspielen gegen die SSVg Velbert (Mittwoch, 18 Uhr) und Aston Villa (Samstag, 15.30 Uhr) dürften darüber entscheiden, wer zum Saisonstart in der Startelf stehen wird. Stand jetzt dürfte Lidberg aber zumindest für die ersten beiden Pflichtspiele beim TSV Schott Mainz im DFB-Pokal (23. August) und in der Bundesliga bei RB Leipzig (29. August) leicht die Nase vorn haben.
Dass Polanski Kleindienst trotz der bitteren Vorsaison erneut zum Kapitän ernannte, zeigt, dass der Trainer seinem Stürmer weiterhin vertraut. Im Laufe der Saison ist demnach ein spannender Konkurrenzkampf zwischen Kleindienst und Lidberg zu erwarten – sofern nicht sogar beide gleichzeitig auflaufen dürfen.
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