Bislang deutet alles auf eine sehr erfolgreiche Saison für den FC Bayern hin. Die Meisterschaft ist den Münchenern eigentlich nicht mehr zu nehmen, im DFB-Pokal sind sie der große Favorit und auch in der Champions League ist durch den beeindruckenden 6:1-Sieg über Atalanta Bergamo im Hinspiel alles für den Einzug ins Viertelfinale angerichtet.
Umso mehr Grund für Oliver Kahn über die aktuelle Saison des FCB regelrecht ins Schwärmen zu geraten. "Es gibt einen Indikator beim FC Bayern, der ist sehr, sehr aussagekräftig: Du kannst im Grunde spielen lassen, wen du willst aus dem Kader - und die Qualität fällt kaum oder teilweise gar nicht ab", betonte er im 'Triple - der Hagedorn-Fußballtalk' bei Sky Sport. In der Vergangenheit, so der 56-Jährige weiter, sei das ein Hinweis für eine "sehr erfolgreiche Saison" gewesen.
Bayern für Kahn "beste Mannschaft in Europa"
"Die Mannschaft spielt fast schon wie ein Uhrwerk."Kahn über den FCB (Sky)
Kahn führte aus, den deutschen Rekordmeister nur "selten so stark gesehen" zu haben, wie es aktuell der Fall ist. Das gelte sowohl für die nationalen Wettbewerbe, wie auch für die Königsklasse. "Die Mannschaft spielt fast schon wie ein Uhrwerk", adelte er das Auftreten des Teams von Vincent Kompany.
Allzu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FCB aber trotzdem nicht: "Das Einzige – und ich bin immer ein Freund von Widerständen – das läuft mir im Moment alles zu gut. Ein Ticken fast schon zu gut, es geht wie geschnitten Brot, wie es läuft." Er würde die Kompany-Truppe zwar noch nicht zum Gewinner der Champions League ausrufen, allerdings seien sie die zurzeit "beste Mannschaft in Europa".
Entwicklung "im Schneckentempo": Kahn stichelt gegen Hoeneß und Rummenigge
Weniger Lob und stattdessen sogar einen Seitenhieb gab es von Kahn jedoch in Richtung von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.
"Man hört dann: 'Wir werden uns irgendwann zurückziehen, wenn die richtigen Leute gefunden sind.' Das Ganze zieht sich jetzt viele, viele Jahre hin...", kommentierte er, wohl auch rückblickend auf seine eigene Amtszeit an der Säbener Straße. "Und gefunden hat man ja jetzt scheinbar immer noch niemanden."
Kahn zufolge verlaufe die strukturelle Entwicklung des FC Bayern bislang eher "im Schneckentempo". Dabei lobte er zwar die Anstellung eines neuen Marketingvorstandes (Rouven Kasper), doch insgesamt könne man damit noch nicht zufrieden sein. Bislang lasse auch die personelle Neuausrichtung in der oberen Etage zu wünschen übrig.
