"Jetzt ist Schluss damit": Polanski macht M-Frage nach Gladbach-Klatsche auf

In Hoffenheim musste Borussia Mönchengladbach eine deutliche Niederlage hinnehmen. Eugen Polanski eröffnete anschließend die Mentalitäts-Frage und verbot zugleich die Schönrederei.
Die Enttäuschung stand den Gladbachern ins Gesicht geschrieben
Die Enttäuschung stand den Gladbachern ins Gesicht geschrieben / picture alliance/GettyImages
facebooktwitterreddit

Nach dem deutlichen 4:0-Heimsieg, mit dem Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende ins neue Jahr starten konnte, setzte es am Mittwochabend bei der TSG Hoffenheim eine deutliche 1:5-Klatsche. Bereits zur Halbzeitpause führten die Gastgeber mit vier Toren, sodass das Spiel frühzeitig und auch verdientermaßen entschieden war.

Eugen Polanski sah einen "sehr, sehr verdienten Sieg" für Hoffenheim, und zwar "auch in der Höhe" (via Rheinische Post). Die Partie fasste er ebenso kurz wie deutlich zusammen: "Das ist eigentlich fast alles, was ich zu dem Spiel sagen will. Wir schlecht, unsere Fans überragend."

Polanski macht die Mentalitäts-Frage auf - personelle Wechsel auch ein Thema

Dabei beließ es der Gladbach-Coach aber nicht, der sich nach dem Spiel äußerst enttäuscht zeigte. Seine Mannschaft hätte erneut an die 100 Prozent gehen müssen. "Dann hätte es vielleicht trotzdem nicht gereicht, aber hier hätte ein zufriedener Trainer gesessen. Wenn wir mit 50 bis 70 Prozent auftauchen in Hoffenheim und überrascht sind, dass wir in der ersten Halbzeit vier Dinger kassieren, hat das etwas mit Mentalität zu tun", mahnte er auf der Pressekonferenz. Eine klare Kritik am Team.

Ein Aspekt in der Nachbetrachtung dieses Spiels waren die personellen Wechsel, die Polanski im Vergleich zum deutlichen Heimsieg vom Wochenende vornahm. So rückten beispielsweise Lukas Ullrich für Luca Netz und auch Jens Castrop für Florian Neuhaus in die Startelf.

Alexander Prass, Lukas Ullrich
Lukas Ullrich war einer der Nutznießer der Polanski-Wechsel / picture alliance/GettyImages

Diese Wechsel nahm Polanski aber nicht wegen schlechter Leistungen vor, immerhin gehörten Netz und Neuhaus am Wochenende zu den besten Fohlen. "Wir haben einen großen Kader, ich will die Spieler auch belohnen", erklärte der Cheftrainer den Hintergrund. Der Wechsel von Castrop zu Neuhaus beispielsweise sollte im Mittelfeld "ein bisschen mehr Zweikampfstärke" oder "mehr defensives Denken" bringen. Aufgegangen ist dieser Plan jedoch nicht. Das lag allerdings nicht an Castrop oder anderen, einzelnen Spielern - sondern viel eher am Gesamtauftritt der Borussia.

Trotzdem wollte sich Polanski mit diesen Personalentscheidungen in der frühen Analyse für diese deutliche Pleite nicht herausnehmen. "Ich beziehe mich da komplett mit ein. Es ist nicht so, dass die Mannschaft Spiele verliert, und wenn wir gewinnen, ist der Trainer der Beste. Das wird so nicht funktionieren", betonte er. Zurzeit sei die Mannschaft als ganzes "nicht da", sobald der nächste Entwicklungsschritt gemacht werden soll oder könnte. Das wäre ein beständigeres Auftreten, was bislang von positiven wie negativen Ausschlägen konterkariert wird.

Polanski erlaubt keine Schönrederei mehr

"Wahrscheinlich sind wir zu weich und reden immer alles positiv", mahnte Polanski weiter. Damit meinte er aber ausdrücklich nicht nur die Wahrnehmung des jüngsten Heimsieges. Als Beispiel verwies er auf die 4:6-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt im September. "Nach dem Spiel haben wir die zweite Halbzeit positiv geredet. Jetzt ist Schluss damit, die zweite Halbzeit von heute reden wir nicht mehr positiv."


Weitere Nachrichten rund um die Borussia:

feed