Eigentlich sollten Paolo Maldini als Technischer Direktor und Leonardo in beratender Funktion dem italienischen Fußball eine neue sportliche Richtung geben und den angestrebten Neustart vorantreiben. Doch nur wenige Tage nach ihrem Einstieg beim Verband ist das gemeinsame Projekt bereits wieder gescheitert.
Wie Transferexperte Fabrizio Romano berichtet, haben beide mit sofortiger Wirkung ihre Ämter niedergelegt. Für die Squadra Azzurra verschärft sich damit die ohnehin komplizierte Situation: Mitten in der Suche nach einem neuen Nationaltrainer steht Italien plötzlich auch ohne seine erst kürzlich installierte sportliche Führung da.
Pirlo-Streit führt zum Doppel-Rücktritt
Grund für den überraschenden Schritt ist offenbar Andrea Pirlo. Maldini und Leonardo hatten sich klar auf den früheren Weltklasse-Mittelfeldspieler als neuen Nationaltrainer festgelegt. Verbandspräsident Giovanni Malago stellte sich jedoch gegen die Personalie.
Ausschlaggebend sollen Pirlos geschäftliche Verbindungen nach Russland sein. Der ehemalige italienische Nationalspieler ist dort Werbeträger eines Wettanbieters. Malago soll diese Zusammenarbeit als nicht vereinbar mit dem Amt des Nationaltrainers ansehen und verweigerte deshalb seine Zustimmung. Pirlo selbst distanzierte sich mittlerweile ebenfalls öffentlich von einem Engagement bei der Squadra Azzurra.
Maldini und Leonardo wollten dem Bericht zufolge jedoch ausschließlich mit Pirlo als Trainer arbeiten und ziehen aus dem Veto nun die Konsequenzen. Damit ist der angestrebte Neustart innerhalb kürzester Zeit ins Wanken geraten.
Chiellini könnte Maldini ersetzen
Der Verband muss nun gleich mehrere wichtige Personalfragen lösen. Als möglicher Nachfolger Maldinis wird laut der italienischen Gazzetta dello sport Giorgio Chiellini gehandelt. Der Europameister von 2021 arbeitet derzeit in leitender Position bei Juventus und könnte künftig die sportliche Neuausrichtung verantworten.
Auch bei der Trainersuche würden die Karten anschließend neu gemischt. Antonio Conte könnte Gazzetta dello sport zufolge demnach zum Kandidaten werden, nachdem er unter Maldini keine Rolle gespielt hatte. Auch eine Rückkehr von Roberto Mancini soll eine Option sein.
Allzu viel Zeit bleibt Italien nicht: Bereits am 25. September steht gegen Belgien der Auftakt in die Nations League an. Bis dahin benötigt die Squadra Azzurra nach dem überraschenden Doppel-Rücktritt dringend eine neue sportliche Führung – und endlich einen neuen Nationaltrainer.
