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Italien-Beben: Pirlo-Schock sorgt für Chaos – auch Maldini unter Druck

Andrea Pirlo wird doch nicht der neue Nationaltrainer von Italien. Das große Chaos wirft auch ein schlechtes Licht auf Paolo Maldini, der ebenfalls unter Druck gerät.
Andrea Pirlo wird nun doch nicht italienischer Nationaltrainer (Archivbild)
Andrea Pirlo wird nun doch nicht italienischer Nationaltrainer (Archivbild) | Simone Arveda/GettyImages

Eigentlich sollte im Laufe des heutigen Montags alles klar sein: Andrea Pirlo war nach der Absage von Pep Guardiola dafür ausgemacht, als neuer Nationaltrainer der italienischen Auswahl anzutreten und die Squadra Azzurra wieder zu festigen. Doch inzwischen sind sämtliche angesetzte Termine abgesagt worden, wie Sky Sport Italia berichtet.

Der Hintergrund: Zwischen dem Bekanntwerden und den für heute angedachten finalen Gesprächen und Verhandlungen war herausgekommen, dass Pirlo mit 'Fonbet' zusammengearbeitet hat, einer russischen Sportwettenplattform. Dort ist er als globaler Markenbotschafter aktiv (gewesen). Doch zum einen die öffentliche Vermarktung einer solchen Plattform, die zum anderen aber insbesondere wegen der klaren Verbindung zu Russland äußerst kritisch beäugt wird, haben dem Plan von Paolo Maldini einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Italien gilt Russland wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine, die wiederum große Sympathien erfährt, weiterhin als geächtet.

Sky Sport Italia mutmaßt zudem, dass nun nicht nur Pirlo nicht der neue Italien-Coach wird, sondern dass auch Maldini als Technischer Direktor beim italienischen Verband vor dem frühzeitigen Aus stehen könnte. Immerhin hat der 58-Jährige, der dieses Amt erst vor wenigen Wochen angetreten hat, nicht nur seinen Trainer-Favoriten nicht installieren können und dessen Geschäftsbeziehungen entweder nicht gekannt oder nicht vernünftig eingeschätzt. Er steht nun gänzlich ohne Alternative da, weshalb er und Leonardo (Berater des italienischen Verbands) jetzt ebenfalls unter großem Druck stehen.

Pirlo beteuert in einem Statement den rein sportlichen Hintergrund der Zusammenarbeit

Pirlo selbst wiederum beteuerte in einem Statement, dass seine Zusammenarbeit mit dem Sportwettenanbieter rein sportlicher und keineswegs politischer Natur sei. Bis zuletzt habe er sich zurückgehalten und geschwiegen, so der 47-Jährige, doch nun müsse auch er sich entsprechend äußern. "Während meiner gesamten Karriere, zuerst als Spieler und mittlerweile als Trainer, habe ich meine Arbeit stets im vollen Einklang mit den Gesetzen geleistet, die in den jeweiligen Ländern gelten", betonte er.

"Eine politische Bedeutung in eine Zusammenarbeit zu interpretieren bedeutet auch, mir Überzeugungen zu unterstellen, die ich nie geäußert habe und die nicht zu mir gehören", führte Pirlo aus. Dennoch wolle er sich bei Maldini und Leonardo für das Vertrauen und die gezeigte Kompetenz bedanken und ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Verband betonen. Er bedauere es, dass eine rein sportliche Verbindung dermaßen in eine öffentliche Debatte mit politischem Hintergrund gezogen wurde.


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