Der erste Dreierpack der Karriere verlangt zwingend nach einem ganz besonderen Souvenir. "Ich habe direkt gefragt, ob ich den Ball mitnehmen darf", verriet Younes Ebnoutalib nach dem Schlusspfiff in der Hauptstadt strahlend.
Beim 3:3-Spektakel an der Alten Försterei lieferte der 22-jährige Angreifer von Eintracht Frankfurt eine unfassbare Leistung ab. In der 10. Minute traf er zum 1:1-Ausgleich, nur 51 Sekunden später klaute er dem Berliner Leopold Querfeld wuchtig den Ball und schob eiskalt zur Führung ein. In der 67. Minute krönte er seinen Sahne-Tag mit einem satten Abschluss zum dritten Treffer.
"Jetzt hat man gesehen, was er für eine Mentalität hat und dass er auch den Instinkt hat zu treffen", schwärmte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche nach dem Abpfiff in den Stadion-Katakomben von seinem bulligen Mittelstürmer.
Taekwondo-Gene und der harte Weg nach oben
Die sportlichen Höchstleistungen kommen im Hause Ebnoutalib absolut nicht von ungefähr. Sein Vater Faissal gewann bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Silbermedaille im Taekwondo für Deutschland. Der 1,91 Meter große Younes trainierte als Kind selbst zehn Jahre lang diese anspruchsvolle Kampfsportart.
"Ich war schon immer sehr fleißig, das habe ich von meinem Vater. Auch er war sehr besessen vom Training", erklärte der Angreifer seine enorme Durchsetzungskraft und Physis auf dem Rasen.
Sein Weg in die Bundesliga war dabei kein gewöhnlicher. Über den FC Gießen und ein kurzes Abenteuer in Italien kämpfte er sich bei der SV Elversberg in den Profifußball. Die Eintracht holte ihn schließlich im Januar 2026 für rund acht Millionen Euro in seine Heimatstadt Frankfurt zurück. Nun zahlt er das große Vertrauen mit Toren zurück.
Länderspiel-Tauziehen auf der Tribüne
Diese rasante sportliche Entwicklung bleibt auch international nicht verborgen. Nach Bild-Informationen saß Marokkos Nationaltrainer Mohamed Ouahbi in Berlin live auf der Tribüne. Er hat den Torjäger längst auf dem Zettel und plant eine Nominierung. Doch der gebürtige Frankfurter dürfte sich durch diese Gala-Vorstellung auch massiv in den Fokus von DFB-Bundestrainer Jürgen Klopp gespielt haben.
Auf die Frage der Bild, ob er angesichts solcher Leistungen bereits an die Nationalteams denke, gab sich der Youngster extrem geerdet: "Indirekt. Aber erst mal fokussiere ich mich jetzt hier auf die Eintracht, auf meinen Klub, und versuche, das Bestmögliche rauszuholen und der Mannschaft zu helfen."
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