Jens Castrop könnte nach dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg ein bitteres Saisonfinale drohen. Der Hintergrund ist dabei aber nicht etwa eine Verletzung, sondern ein Platzverweis mit möglicherweise sehr unangenehmen Folgen.
Im Abstiegskampf lieferte sich Borussia Mönchengladbach ein enges Duell mit den ebenfalls bedrohten Niedersachsen. Der größte Aufschrei kam dann erst in der Nachspielzeit: Nach einer harten Grätsche gegen Wölfe-Star Sael Kumbedi sah Castrop von Schiedsrichter Tobias Stieler die Rote Karte. Auch eine Überprüfung durch den Videoschiedsrichter änderte nichts an der Entscheidung.
Castrop meldete sich nach der Partie bei Instagram und entschuldigte sich bei seinem Klub: "Kein Ruhm heute. Fühlt sich hart an, dass ich meinen Teamkollegen im nächsten Spiel nicht helfen kann."
Nun droht möglicherweise eine längere Pause
Das Problem: Es könnte nicht bei einer Sperre für ein Spiel bleiben. Nach einer Roten Karte, gerade bei einem solchen Einsteigen, sind zwei Spiele Sperre in der Bundesliga durchaus nicht ungewöhnlich.
Dazu kommt noch der Platzverweis aus dem Spiel gegen den FC Bayern München, bei dem Castrop ebenfalls wegen zu harten Einsteigens vom Platz gestellt wurde. In dieser Kombination könnte der DFB am Ende auch auf eine längere Sperre entscheiden.
"Dunkelgelb hätte auch gereicht"
Ganz so eindeutig sieht das Thema aber nicht jeder. Sollte das Kontrollgericht die Szene nach Sichtung der Bilder als zu hart bewerten, könnte die Ausfallzeit auch deutlich mehr zugunsten der Fohlen und Castrop ausfallen.
Teamkollege Rocco Reitz ordnete die Szene nach dem Spiel so ein: "Aus dem Spiel heraus dachte ich, es ist Rot. Weil ich dachte, dass er ihm von oben voll auf den Knöchel draufgestiegen ist. Nach Ansicht der TV-Bilder finde ich es aber zu hart, da hätte dunkelgelb auch gereicht."
Wie das finale Urteil ausfällt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Gladbach kann im Saisonendspurt jede Personalie gebrauchen. In den letzten drei Spielen, unter anderem gegen die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund, könnte jeder Ausfall im Kampf um den Klassenerhalt richtig wehtun. Derzeit beträgt das Gladbacher Punktepolster auf den Relegationsplatz aber sechs Punkte bei noch drei ausstehenden Partien.
