Homophobie statt Rassismus? Neue Entwicklungen im Vini-Jr.-Skandal
Von Fabian Küpper

Es war der große Aufreger in dieser Woche: der (erneute) Rassismus-Vorfall um Vinicius Jr. Der Real-Star soll von Benfica-Profi Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden sein, laut Kylian Mbappé nannte er ihn fünfmal einen "Affen".
Genau beweisen lässt sich das zwar nicht, da sich der junge Argentinier dabei das Trikot vor den Mund hielt, sodass man nicht sehen konnte, was genau er sagte. Prestianni selbst hat in einer Vernehmung von der UEFA ein anderes Bild gezeichnet.
Homophobie statt Rassismus?
ESPN zufolge sagte der 20-Jährige aus, er habe Vini nicht "mono" (zu deutsch: "Affe"), sondern "maricon", zu deutsch "Schwuchtel" genannt. Für eine etwaige Strafe spielt es allerdings keine Rolle, ob Prestianni Vini rassistisch oder homophob beleidigte.
"Jede Person, die die Menschenwürde einer Person aus irgendeinem Grund, einschließlich Hautfarbe, Rasse, Religion, ethnischer Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung, verletzt, wird mit einer Sperre von mindestens zehn Spielen (...) belegt."
- UEFA-Disziplinarordnung
Das besagt Artikel 14 der Disziplinarordnung der UEFA. Dort heißt es: "Jede Einrichtung oder Person, die diesen Vorschriften unterliegt und die die Menschenwürde einer Person oder einer Gruppe von Personen aus irgendeinem Grund, einschließlich Hautfarbe, Rasse, Religion, ethnischer Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung, verletzt, wird mit einer Sperre von mindestens zehn Spielen oder einer bestimmten Zeitspanne oder einer anderen angemessenen Sanktion belegt."
Aussage gegen Aussage
Prestianni droht also so oder so eine empfindliche Strafe. Dennoch steht jetzt erneut Aussage gegen Aussage. Mbappé sagte nach dem Spiel, "es gäbe auch Benfica-Spieler, die es gehört haben", wie Prestianni Vini rassistisch beleidigte.
Real-Trainer Alvaro Arbeloa forderte unterdessen auf einer Pressekonferenz am Freitag eine harte Strafe für Prestianni und betonte gleichzeitig, dass er hoffe, dass dieser Fall zu einem "Wendepunkt" im Kampf gegen Rassismus wird.
Fest steht: Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch nicht gesprochen. Es wird spannend zu sehen sein, zu welchem Ergebnis die UEFA-Untersuchung kommt – und wie hoch die Strafe für Prestianni wird.
Was unterdessen allerdings sicher ist, ist die Tatsache, dass den Argentinier beim Rückspiel im Bernabeu ein echter Spießroutenlauf erwarten wird. Daran ist er jedoch ganz alleine Schuld.
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