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"Friendly takeover" – Hoeneß schießt gegen Klopp und den DFB

Dass Jürgen Klopp neuer Bundestrainer wird, sorgte in ganz Fußball-Deutschland für Aufbruchstimmung. Uli Hoeneß sind die neuen Strukturen beim DFB aber ein Dorn im Auge.
Uli Hoeneß kritisiert die neue Klopp-Ära beim DFB
Uli Hoeneß kritisiert die neue Klopp-Ära beim DFB | Alexander Hassenstein/GettyImages

Das große Debüt von Jürgen Klopp als Bundestrainer rückt immer näher: Am 24. September gastiert die deutsche Nationalmannschaft, erstmals mit dem 59-Jährigen an der Seitenlinie, bei der Niederlande. Schon wenige Tage nach dem blamablen Ausscheiden bei der WM, als das DFB-Team im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausschied, sorgte die Personalie Klopp unter den deutschen Fans für Aufbruchstimmung.

Doch kann Klopp aus der deutschen Elf wieder ein echtes Topteam formen? Uli Hoeneß steht der Erwartungshaltung an den früheren Erfolgstrainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool sehr kritisch gegenüber.

Hoeneß ist "kein Freund der Heldenverehrung"

"Ich persönlich halte Jürgen Klopp für einen sehr guten Trainer, wirklich einen sehr guten Trainer. Aber ich bin kein großer Freund der Heldenverehrung", erklärte Hoeneß gegenüber Sky Sport. "Er kriegt jetzt schon so einen Status, als wenn er über Wasser gehen kann. Er kann auch nicht per Handauflegen alles verändern."

Jürgen Klopp soll die Nationalmannschaft aus der Krise führen
Jürgen Klopp soll die Nationalmannschaft aus der Krise führen | Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Zwar erwartet der Ehrenpräsident des FC Bayern, dass Klopp "sehr hart arbeiten" und "vieles besser" machen wird. "Aber man muss ihm Zeit geben und man darf vor allem nicht glauben, dass er der Messias ist."

Kritisch sieht Hoeneß auch die neuen Strukturen beim DFB, die sich durch Klopp bereits geändert haben. Hat der neue Coach im Verband zu viel Macht? "Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde. Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Das halte ich für ein Problem. Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein 'friendly takeover'. Klopp und Co. haben den DFB übernommen und das halte ich für falsch", sagte der 74-Jährige.

Dank Mertesacker: "Ganz neuer Wind" in der Nachwuchsarbeit?

Mit Blick auf die Nachwuchsarbeit beim DFB scheint Hoeneß ein wenig optimistischer zu sein. "Ich glaube, das Wichtigste im deutschen Fußball ist die Nachwuchsarbeit. Ich bin sehr glücklich, dass Per Mertesacker das jetzt übernimmt", freut sich Hoeneß.

Und weiter: "Ich glaube, er macht erstens vernünftige Kommentare im Fernsehen. Zweitens hat er selbst auf hohem Niveau Fußball gespielt. Drittens hat er bei Arsenal acht Jahre lang die Akademie geleitet. Wenn er es nicht kann, wer sonst? Ich verspreche mir da einen ganz neuen Wind."


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