Den Auftakt in die neue Bundesliga-Saison zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart ließ sich auch Bundestrainer Jürgen Klopp nicht entgehen. Der 59-Jährige hatte unlängst angekündigt, deutlich präsenter in den Stadien zu sein als sein Vorgänger Julian Nagelsmann.
Klopp sah in München ein überzeugendes 5:1 der Münchner, wobei er seine Augen vor allem auf die zahlreichen Nationalspieler und potenzielle DFB-Debütanten wie Dzenan Pejcinovic gerichtet haben dürfte.
Hoeneß-Konter und Spitze gegen englische Experten
"Die Leute beurteilen Dinge, bevor wir irgendwas gemacht haben. Bei mir gibt's eher Vorschusslorbeeren und Marc wird ein bisschen kritisch beäugt, weil es die Rolle nicht gab."Jürgen Klopp (Sky Sport)
Im Zuge der Übertragung sprach Klopp bei Sky Sport dann auch ausführlich über mehrere Themen – und schickte unter anderem eine kleine Spitze in Richtung Uli Hoeneß. Dieser hatte zuvor Klopps Berater Marc Kosicke kritisiert und von einem "Friendly Takeover" des DFB durch den neuen Bundestrainer und seiner Entourage gesprochen.
"Die Leute beurteilen Dinge, bevor wir irgendwas gemacht haben. Bei mir gibt's eher Vorschusslorbeeren und Marc wird ein bisschen kritisch beäugt, weil es die Rolle nicht gab", erklärte Klopp und ergänzte: "Ich bin Spezialist in manchen Bereichen, in anderen gibt es bessere Menschen, einer davon ist es Marc Kosicke und deswegen ist er dabei."
"Fußballerisch ist er über jeden Zweifel erhaben - bei mir und bei allen anderen auch. Aber Jamie Carragher, Gary Neville und so weiter, die sind natürlich immer die Ersten, die nervös werden in England."Jürgen Klopp (Sky Sport)
Apropos Kritik: Die bekam zuletzt auch Florian Wirtz in Liverpool ab. Erst stellte ihn Reds-Legende Jamie Carragher an den Pranger, dann Ex-Nationalspieler Robert Huth. Klopp hat auch dazu eine klare Meinung: "Das Problem im Fußball ist – und das ist die Aufgabe des jeweiligen Trainers –, dass man das Talent oder die Spieler so einbaut und auf die Position stellt, auf denen sie am besten funktionieren. Ich glaube, das zumindest haben sie bei Liverpool absolut verstanden, wo er eigentlich spielen muss."
Anschließend rechnete er noch mit der englischen Expertenlandschaft generell ab: "Fußballerisch ist er über jeden Zweifel erhaben - bei mir und bei allen anderen auch. Aber Jamie Carragher, Gary Neville und so weiter, die sind natürlich immer die Ersten, die nervös werden in England."
Klopp gibt Musiala wichtige Sicherheit
Während Wirtz also daran arbeitet, seine Zweifler in der neuen Saison endlich zum verstummen zu bringen, hat Jamal Musiala ganz andere Probleme. Der 23-Jährige leidet an Absencen, brach in der Vorbereitung zweimal in Folge auf dem Platz zusammen, und muss jetzt erstmal wieder gesund werden.
"Jetzt ist wichtig, dass man ihm die notwendige Zeit gibt und er sich die auch nimmt. Ein junger Spieler hat normalerweise keine Probleme, außer dass sie ungeduldig werden und da darf man in so einer Phase natürlich nicht ungeduldig werden. Dafür ist er hier im perfekten Verein, im perfekten Umfeld und wir wollen auch unseren Teil dazu beitragen. Und wir sagen auch: 'Junge, werd gesund und dann ist die Tür offen'", betonte Klopp.
Gleichzeitig freut er sich schon auf das Comeback von Musiala: "Vincent Kompany hat mir bestätigt, dass er in einer unglaublichen Verfassung ist. Nachdem man die Platte und Schrauben entfernt hat, war er wieder der Alte oder sogar besser."
Ob Musiala allerdings schon beim ersten DFB-Lehrgang von Klopp Mitte September eine Option sein wird, ist noch offen.
Weitere News rund um die Nationalmannschaft lesen:
