Heftiger Polizei-Skandal vor Hertha-Heimspiel gegen Schalke
Von Franz Krafczyk

Das erste Topspiel der 2. Bundesliga nach der Winterpause versprach ein echtes Fußballfest, doch weder auf noch neben dem Platz konnte das Duell zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 die Erwartungen erfüllen. Bevor sich beide Teams einen Abnutzungskampf lieferten und sich schließlich mit einem torlosen Remis trennten, kam es zu unschönen Vorfällen vor der Heimkurve.
Wie die Gastgeber mitteilten, kam es vor Anpfiff zu Zwischenfällen zwischen der Polizei und einigen Heimfans. Während Details noch geprüft würden, berichtet die Polizei von "massiver Fangewalt" und 31 verletzten Berliner Fans sowie 21 verletzten Beamten. Die Anhänger hätten überwiegend wegen der Folgen eines Pfeffersprayeinsatzes behandelt werden müssen.
"Am Stadioneingang zur Ostkurve sollen Kolleg. nach Beleidigungen von vermummten Fans u.a. mit Absperrgittern beworfen und mit Schlagwerkzeugen attackiert worden sein. Aufgrund der Gewalt- und Bedrohungslage war es zum Schutz der Einsatzkräfte und unbeteiligter Zuschauenden notwendig, Pfefferspray gegen größere Gewalttätergruppen einzusetzen", erklärte die Berliner Polizei via X.
Mehrere Personen seien wegen des Verdachts der Beleidigung, der gefährlichen Körperverletzung und eines besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs festgenommen worden, hieß es weiter. "Die Ermittlungen und Auswertungen unserer Beweismittel und Aufnahmen dauern an."
Hertha-Fans boykottieren - Schalke-Anhänger solidarisieren sich
Die Fanhilfe der Alten Dame spricht hingegen von einem überharten Polizeieinsatz, durch den mehrere Personen in Notaufnahmen behandelt werden mussten. Die aktiven Hertha-Fans verzichteten deshalb am Samstagabend auf ihren gewohnten Support und verließen bereits nach 20 Minuten das Stadion. Da sich die Schalke-Fanszene mit den Anhängern ihres Gegners solidarisierte und in den ersten 55 Minuten der Partie ebenfalls schwiegen, blieb es während des Spiels im Olympiastadion, das mit über 70.000 Zuschauern gut gefüllt war, weitgehend ruhig.
Bereits vor der Partie sorgten Hausdurchsuchungen bei einigen Hertha-Fans für Aufsehen, die von der Fanhilfe als "unverhältnismäßig" bezeichnet wurden. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen der Vorfall am Spieltag haben wird.
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