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"Hatte im Sommer schon einen Krieg“: DFB-Star redet nach Ausbootung Klartext

Bei Deniz Undav klebt das Pech an den Schuhen. Nach der 0:1-Pleite gegen den BVB hat sich der Stürmer nun zu seiner Formkrise und dem DFB-Aus unter Jürgen Klopp geäußert.
VonMoritz Jonas
Wartet in der neuen Bundesliga-Saison noch auf seinen ersten Treffer und flog aus dem DFB-Kader: VfB-Kapitän Deniz Undav
Wartet in der neuen Bundesliga-Saison noch auf seinen ersten Treffer und flog aus dem DFB-Kader: VfB-Kapitän Deniz Undav | DeFodi Images/GettyImages

Es läuft aktuell einfach nicht für Deniz Undav. Während er in der abgelaufenen Saison noch mit 39 Scorerpunkten (wettbewerbsübergreifend) brillierte, wartet der Stürmer in der noch jungen Spielzeit weiterhin auf sein erstes Tor. Auch beim Topspiel gegen Borussia Dortmund blieb er blass und wurde am Samstagabend nach 64 Minuten sichtlich frustriert ausgewechselt.

Nach dem Spiel machte de Kapitän des VfB Stuttgart am Sky-Mikrofon aus seiner Gefühlslage keinen Hehl. "Natürlich bin ich nicht zufrieden, dass ich ausgewechselt worden bin. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Situationen wie in der letzten Saison habe, weil ich oft zu weit hinten bin“, analysierte Undav seinen aktuellen taktischen Frust unter Coach Sebastian Hoeneß. "Ich bin kaum vorne, und wenn ich vorne bin, kommen die Bälle nicht. In vier Spielen hatte ich nur zwei Torchancen.“

Undav über das Klopp-Gespräch

Erschwerend zur Torflaute im Verein kam unter der Woche der nächste Nackenschlag hinzu: Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp verzichtete bei seinem historischen 44-Mann-Kader auf den Stuttgarter. Ein Anruf, der den Angreifer kalt erwischte.

"Die Erwartungshaltung ist eine andere. Das muss man akzeptieren."
Deniz Undav

"Ich war kurz enttäuscht, weil ich gedacht habe, dass ich mir ein Puffer aufgebaut habe durch die WM und meine Spiele im Nationaldress. Das ist anscheinend wieder nicht der Fall und ich muss mich neu beweisen“, gab Undav ehrlich zu. Das Gespräch mit Klopp sei "ganz normal“ abgelaufen. Der Bundestrainer habe ihm erklärt, dass er in den beiden Spielen, die Klopp live im Stadion gesehen hatte (gegen Bayern und Köln), schlichtweg "nicht gut“ gewesen sei. "Die Erwartungshaltung ist eine andere. Das muss man akzeptieren“, so Undav.

"Ich bin kein Kind von Traurigkeit“

Verzichtete bei seinem ersten DFB-Aufgebot überraschend auf den Stuttgarter Torjäger: Bundestrainer Jürgen Klopp
Verzichtete bei seinem ersten DFB-Aufgebot überraschend auf den Stuttgarter Torjäger: Bundestrainer Jürgen Klopp | HANNES P. ALBERT/GettyImages

Dennoch lässt der 30-Jährige die Ausbootung nicht kommentarlos stehen und teilte auch eine kleine Spitze in Richtung des Ex-Bundestrainers Julian Nagelsmann aus, unter dem er trotz starker Leistungen oft einen schweren Stand hatte. "Ich rede offen, ich nehme kein Blatt vor den Mund und sage meine Meinung, negativ wie positiv. Ich habe oft Probleme gehabt und musste es oft beweisen. Ich habe jetzt im Sommer schon einen Krieg gehabt. Jetzt muss ich mich wieder beweisen. Ich hatte das mein Leben lang.“

Seine Körpersprache, die oftmals von Kritikern als zu phlegmatisch abgetan wird, will er jedenfalls nicht ändern. "Letztes Jahr habe ich 39 Scorer gemacht und meine Körpersprache war die gleiche.“ Undav zeigte sich am Ende des Interviews gewohnt kämpferisch: "Ich bin kein Kind von Traurigkeit. Ich heule jetzt nicht rum. Die Chancen kommen zwangsläufig, und wenn ich das erste Tor schieße, dann bin ich wieder da. Wenn ich im November wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin.“


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