Nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg als einer der Topfavoriten in der vergangenen Saison gab es bei Hertha BSC diesen Sommer bekanntlich große Sparmaßnahmen und zwangsläufig einen Aderlass. Zum Zweitliga-Auftakt in Bochum hatte die Alte Dame deshalb auch erst einen Neuzugang präsentieren können: Offensiv-Leihgabe Oluwaseun Adewumi.
Zahlreiche bekannte Namen haben die Hertha dagegen verlassen. Neben Super-Juwel Kennet Eichhorn und Star-Stürmer Fabian Reese auch Stammtorhüter Tjark Ernst. Einen Nachfolger konnte der BSC bislang aber nicht verpflichten. Zwar wurden einige Kandidaten gehandelt, konkret passiert ist auch nach dem Saisonstart noch nichts.
Gersbeck in Bochum stark
Und so stand Routinier Marius Gersbeck anne Castroper zwischen den Pfosten. Der 31-Jährige war 2019 als künftige Nummer eins vom KSC zur Hertha zurückgekehrt, verbaute sich diese Perspektive aber durch einen Prügelskandal im Trainingslager.
Zwar durfte Gersbeck im Anschluss bleiben, war folglich aber nur noch als Backup eingeplant. Bis jetzt: Denn ein neuer Torhüter ist weiter nicht in Sicht. Und Gersbeck machte seine Sache in Bochum mehr als ordentlich. Beim kämpferisch überzeugenden 1:0-Auswärtssieg hielt er seinen Kasten sauber und strahlte viel Ruhe aus.
Leitl lässt tief blicken
Hertha-Coach Stefan Leitl wäre wohl auch fein damit, wenn man mit Gersbeck als feste Nummer eins die Saison bestreitet. Leitl sieht dringenderen Bedarf auf anderen Positionen. "Die Profile sind klar besprochen. Auf den Außenverteidiger-Positionen haben wir definitiv Bedarf. Da herrscht ein Vakuum. In vorderster Front brauchen wir einen Spieler, der uns eine andere Qualität gibt. Es ist erst einmal wichtig, diese beiden Positionen zu besetzen", erklärte Leitl bei Sky nach dem Auswärtssieg in Bochum. Befragt wurde er eigentlich, ob er gerne noch einen neuen Torhüter hätte.
Nach dem Spiel in Bochum sind die Chancen von Gersbeck definitiv nicht kleiner geworden. Weitere gute Leistungen bis Transferschluss am 1. September könnten seinen Nummer-eins-Status zementieren. Leitl hätte wohl nichts dagegen – und lieber noch mindestens zwei Verstärkungen auf anderen Positionen.
