Am kommenden Sonntag startet für die deutsche Nationalmannschaft die Mission fünfter Stern. In der Gruppenphase der WM in den USA, Mexiko und Kanada trifft das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann auf WM-Neuling Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Deutschland geht dabei als klarer Favorit in Gruppe E. Doch spätestens in den K.o.-Spielen könnte der Weg zum Titel extrem anspruchsvoll werden.
Mit 48 Mannschaften wird die WM 2026 die größte Weltmeisterschaft der Geschichte. Entsprechend komplex ist auch der mögliche Turnierbaum. Je nach Platzierung in der Gruppenphase ergeben sich für die DFB-Elf völlig unterschiedliche Wege bis zum großen Finale am 19. Juli in New York.
Szenario 1: Deutschland gewinnt die Gruppe
Möglicher Final-Weg
- Sechzehntelfinale: Gruppendritter
- Achtelfinale: Frankreich
- Viertelfinale: Niederlande
- Halbfinale: Spanien
- Finale: England/Portugal/Brasilien/Argentinien
Das klare Ziel der DFB-Elf dürfte der Gruppensieg sein. In diesem Fall würde Deutschland im Sechzehntelfinale zunächst auf einen Gruppendritten aus mehreren möglichen Gruppen treffen. Solange keine große Nation überraschend patzt, bliebe die Mannschaft von Julian Nagelsmann dort klar in der Favoritenrolle.
Danach könnte der Weg allerdings brutal schwer werden. Im Achtelfinale wäre ein Duell mit Frankreich möglich – für viele Experten aktuell sogar der größte Titelfavorit des Turniers. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass auch die Franzosen ihre Gruppe gewinnen. Dafür muss die Equipe Tricolore in der eigenen Gruppe I zunächst einmal an Geheimfavorit Norwegen und Erling Haaland vorbei.
Sollte Deutschland dieses mögliche Topspiel überstehen, könnte im Viertelfinale die Niederlande warten. Auch Oranje zum erweiterten Favoritenkreis. Und selbst danach würde es kaum leichter werden: Im Halbfinale könnte es in Dallas zum nächsten Kracher gegen Spanien kommen – inklusive möglicher Revanche für das bittere EM-Aus 2024 nach der bis heute diskutierten Cucurella-Handspielszene.
Im Finale in New York würde in diesem Szenario schließlich der Sieger aus der anderen Turnierhälfte warten – wahrscheinlich also erneut ein absoluter Fußball-Gigant wie Portugal, Argentinien, Brasilien oder England.
Szenario 2: Platz zwei sorgt für Hammer-Weg
Möglicher Final-Weg
- Sechzehntelfinale: Norwegen
- Achtelfinale: Brasilien
- Viertelfinale: England
- Halbfinale: Argentinien/Portugal
- Finale: Frankreich/Spanien
Sollte Deutschland die Gruppenphase dagegen nur als Zweiter abschließen, würde sich der komplette Turnierbaum verändern und der Weg zum Titel hätte es ebenfalls richtig in sich. Bereits in der Runde der letzten 32 könnte die deutsche Nationalmannschaft auf die Norweger treffen.
Spätestens im Achtelfinale droht dann jedoch der nächste Hammer: Rekordweltmeister Brasilien wäre in diesem Szenario der wahrscheinlichste Gegner. Auch danach würde es kaum leichter werden. Im Viertelfinale könnte es zum Duell mit England und Ex-Bayern-Coach Thomas Tuchel kommen.
Im Halbfinale würde anschließend möglicherweise Titelverteidiger Argentinien um Lionel Messi oder Portugal mit Cristiano Ronaldo warten. Und selbst im Finale wäre wohl keine Pause in Sicht: Dort könnten mit Frankreich oder Spanien erneut zwei absolute Topfavoriten auf die DFB-Elf treffen.
Szenario 3: Auch Platz drei könnte reichen
Erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaft qualifizieren sich auch acht der zwölf Gruppendritten für die K.o.-Phase. Selbst ein Ausrutscher gegen Curaçao, Ecuador oder die Elfenbeinküste würde also nicht automatisch das Vorrunden-Aus bedeuten. Allerdings wäre der weitere Weg in diesem Fall kaum planbar, da er stark von den Ergebnissen der anderen Gruppen abhängen würde.
Genau deshalb dürfte das klare Ziel der DFB-Elf sein, möglichst souverän als Gruppensieger weiterzukommen. Fest steht aber schon jetzt: Egal welchen Weg Deutschland am Ende nehmen muss – ein mögliches "Wunder von New York" würde wohl nur über mehrere absolute Fußball-Giganten führen.
