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Harte WM-Kritik und deutsche Titelchancen: Ballack mit brisantem Interview

Michael Ballack ist kein Fan von der WM-Aufstockung auf 48 Nationen.
Die Vorfreude auf die WM ist bei Michael Ballack getrübt
Die Vorfreude auf die WM ist bei Michael Ballack getrübt | DeFodi Images/GettyImages

Bei der anstehenden Weltmeisterschaft werden zum ersten Mal statt 32 gleich 48 Nationen um den Titel kämpfen. Die Aufstpckung hatte vor allem in Kreisen der UEFA für Kritik gesorgt, doch viele kleine Fußballnationen, die sich so den Traum von einer WM-Teilnahme erfüllen konnten, votierten für die Erweiterung.

Somit gibt es bei der WM jetzt statt acht Gruppen insgesamt zwölf, zudem gibt es ein Sechzehntelfinale vor dem Achtelfinale. Das Turnier wird dadurch insgesamt eine Woche länger dauern. Michael Ballack, Kapitän des DFB-Teams bei der WM 2006 ist kein Fan davon.

"Kein Premium-Produkt"

"Eine Weltmeisterschaft mit 48 Mannschaften hat nichts mehr mit einem Premium-Produkt zu tun. Es sollen nur die Besten gegeneinander antreten. Stattdessen sind nun kleine Länder wie Curaçao dabei, die sich normal für eine WM nie qualifiziert hätten", erklärt Ballack im Interview mit der Sport Bild.

Er ergänzt: "Wir werden jetzt einige Spiele haben, die auf keinem hohen Niveau stattfinden. Die Leistungsdiskrepanz zwischen einzelnen Ländern wird sehr groß sein. Aber so ist die Entwicklung des Fußballs, am Ende geht es ums Geld"

Wie gut stehen die deutschen Chancen?

Bei der Frage nach den deutschen Titelchancen ist der 99-malige Nationalspieler vorsichtig optimistisch: "Wir haben keine eingespielte Mannschaft, keine sechs, sieben, acht Spieler, die unantastbar sind. Darum zählt Deutschland im Moment nicht zu den Top-Favoriten. Das heißt am Ende aber nicht, dass man chancenlos ist. Entscheidend ist, was Julian Nagelsmann aus dem Kader herausholt."

Dabei zog der ehemalige Capitano den Vergleich zur WM 2002 in Japan und Südkorea. "2002 hatten wir auch nicht die beste Mannschaft, die Stimmung war nach dem EM-Vorrunden-Aus zwei Jahre zuvor am Tiefpunkt, in Deutschland hat keiner einen Cent auf uns gesetzt. Und dennoch erreichten wir das Finale, weil Rudi Völler (damaliger DFB-Teamchef; Anm. d. Red.) das Optimum aus dem Kader herausholte."

Es wird also viel auf Julian Nagelsmann ankommen und auf seine taktischen Kniffe, gerade in der K.o.-Phase. Dort könnte mit Frankreich im Achtelfinale bereits ein echter Brocken warten. Man darf also gespannt sein, ob Ballack mit seiner Prognose recht behält.


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