Mit dem Abpfiff am späten Samstagnachmittag, zumeist zwischen 17:20 und 17:30 Uhr, wird die Saison für Borussia Mönchengladbach ihr Ende finden. Dann liegt eine Spielzeit hinter der Fohlenelf, die von zumeist schwachen Auftritten und Ergebnissen geprägt war, die erst zum 32. Spieltag für den auch rechnerisch sicheren Klassenerhalt gereicht haben.
Mit einem entsprechend klaren Blick möchte Rouven Schröder dann auf die bereits angekündigte Saisonanalyse schauen. In dieser Analyse wird auch die Trainerfrage gestellt werden. Die Arbeit von Eugen Polanski, die bereits Mitte September begonnen hatte, muss dabei kritisch beäugt werden.
Dahingehend kündigte Schröder bereits am vergangenen Wochenende unmissverständlich an: "Eugen und sich sind klar: Wir wollten über den Strich, wir wollen maximal gut abschließen. Dann setzen wir uns zusammen und analysieren."

Unterstützung für Polanski gibt es – sie ist aber weniger geworden
Die Rheinische Post berichtet derweil von einer grundsätzlich zwar offenen Ausgangslage, die eine weitere Zusammenarbeit mit Polanski als Cheftrainer aber eher unwahrscheinlich wirken lässt.
Demnach gäbe es bislang "genügend Hinweise", dass die Verantwortlichen bei der Borussia tatsächlich noch gar nicht wissen, welcher Entschluss am Ende stehen wird – ob Polanski weitermachen darf oder nicht. In Gesprächen mit Leuten aus dem Verein, die anonym bleiben (wollen), wird offenbar eines deutlich: Es gibt Stimmen, die sich für das weitere Vertrauen in den Cheftrainer aussprechen. Diese seien aber "rar", während doch "deutliche Zweifel" angewachsen sind, ob er die Mannschaft wirklich weiterentwickeln könne.
Eines scheint jedoch klar: Gladbach wird im Sommer, aller Bemühungen von Schröder zum Trotz, kaum die halbe Mannschaft auswechseln können. Dafür sind die finanziellen Mittel schlichtweg nicht vorhanden. Ein umso größerer Fokus liegt auf der Trainerposition: Die Entscheidung muss sitzen und ihre Wirkung entfalten, damit die Sorge vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga zumindest weitaus früher abgehakt werden kann.

Doch etwaige Nachfolger werden namentlich weder öffentlich, noch der RP zufolge intern bespielt. Konkrete Kandidaten gibt es also offenbar nicht. Das kann für einen gesunden Gedankenprozess sprechen, der zunächst die wohl tatsächlich offene Saisonanalyse abzuwarten hat und noch Chancen für Polanski beinhaltet. Oder aber es spricht für eine geschlossene Zusammenarbeit, in der Schröder bereits derartige Gedankenspiele formuliert und vielleicht sogar erste Gespräche führt, von denen aber (noch) nichts an die Öffentlichkeit gelangt.
Klar ist aber: Theoretisch hat Polanski einen gar bis 2028 gültigen Vertrag. Es bräuchte also eine bewusste Kehrtwende gegen den zum vergangenen November angelaufenen Plan.
Die RP mutmaßt jedenfalls: Eine zeitnahe Entscheidung, ob Polanski weitermachen darf oder doch gehen muss, wird nur dann getroffen, wenn die bisherigen Verweise auf die in Ruhe zu treffende Saisonanalyse nur ein Vorwand waren. Ansonsten dürfte es noch ein bisschen dauern. Allzu viel Zeit darf sich Schröder jedenfalls nicht nehmen, unabhängig von seinem Entschluss. Immerhin müssen auch die Neuzugänge und Abgänge, von denen der 'Head of Sport' sicherlich den ein oder anderen über die Bühne bringen will, mit dem Coach abgesprochen werden.
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