Grusel-Auftritt gegen Leipzig: Der HSV hat ein Dompé-Problem

Jean-Luc Dompé steckt beim Hamburger SV in der Sackgasse. Das hat ironischerweise auch mit seinem Trainer zu tun.
Jean-Luc Dompé ist nur noch Ergänzungsspieler
Jean-Luc Dompé ist nur noch Ergänzungsspieler | NurPhoto/GettyImages

Dem Spiel gegen RB Leipzig konnte Jean-Luc Dompé nach seiner Einwechslung nicht seinen Stempel aufdrücken. In einer halben Stunde sammelte der HSV-Star lediglich acht Ballkontakte und brachte nur vier Pässe an den Mann. Ansonsten fand man auf dem Statistikbogen gähnende Leere.

Es war der nächste Tiefpunkt für den 30-Jährigen, der nach seiner Suspendierung wegen Trunkenheit vor einigen Wochen kein Bein mehr bei den Rothosen auf den Boden bekommt. Doch sein neues Reservisten-Dasein hat nicht nur damit zu tun.

Notgedrungene taktische Anpassungen

Denn in Dompés Abwesenheit haben sich andere Spieler ins Scheinwerferlicht und in den Fokus gespielt – Winter-Neuzugang Philip Otele zum Beispiel. Der Nigerianer, der vom FC Basel kam, hat das große Plus, dass er im Gegensatz zu Dompé deutlich energischer auch mit nach hinten arbeitet.

Doch der Winter-Neuzugang ist nicht der einzige Grund, weshalb es für Dompé aktuell nicht läuft. Das hat auch mit der grundlegenden Taktik zu tun. Zum Start der Rückrunde wollte Trainer Merlin Polzin sein Team weniger abhängig vom Linksaußen machen.

Das geschah vor allem aufgrund der ausbaufähigen Leistungen des 30-Jährigen, aber auch aufgrund seiner Verletzungsprobleme. Insbesondere die Achillessehen sorgte immer wieder für Kopfschmerzen, weshalb er einige Partien verpasste.

Abschied im Sommer?

Also änderte Polzin das taktische Korsett der Rothosen. Die Offensive wurde variabler, am meisten profitieren von der neuen Ausrichtung Fabio Vieira und Ransford-Yeboah Königsdörffer. Beide stehen in diesem Kalenderjahr bereits bei drei Bundesliga-Treffern – Dompé in der gesamten Saison erst bei zwei.

Er muss sich also am Riemen reißen, wenn er wieder zurück in die Startelf will. Das wird ihm zwar grundsätzlich zugetraut, aktuell muss er jedoch um jede einzelne Minute kämpfen.

Die neue Situation ist dabei auch für den Sommer nicht ganz uninteressant. Dompés Vertrag läuft nämlich nur noch bis 2027 – und wenn er weiterhin nur Ergänzungsspieler bleibt, dann könnte er im Sommer einen Tapetenwechsel forcieren.


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