Grund für Trennung: HSV bestätigt Vorwürfe gegen Kuntz

Die Rothosen haben ein Statement zur Causa Stefan Kuntz veröffentlicht.
Stefan Kuntz
Stefan Kuntz / picture alliance/GettyImages
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Der Hamburger SV hat am Montag ein offizielles Statement zur Causa Stefan Kuntz herausgegeben - und dabei bestätigt, dass der ehemalige Sportvorstand doch nicht aus familiären Gründen aus dem Job ausgeschieden ist. Vielmehr scheint am Bericht der Bild-Zeitung etwas dran zu sein. Das Boulevardblatt hatte am Wochenende berichtet, dass bei Kuntz Vorwürfe wegen sexueller Belästigung erhoben wurden.

"Der HSV hat die Beendigung der Zusammenarbeit mit Vorstand Stefan Kuntz und die dafür maßgeblichen Gründe zum Schutz der Betroffenen bislang diskret und rücksichtsvoll behandelt", heißt es in einer Stellungnahme. Nach dem Auftauchen der Bild-Enthüllung entschied man sich, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Vorwürfe gegen Kuntz laut HSV "glaubhaft"

"Im Dezember 2025 sind an den Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz herangetragen worden. Der Aufsichtsrat hat gemäß seiner Verantwortung sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet", so der Wortlaut in dem Statement, das vom HSV-Aufsichtsrat verfasst wurde.

"Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben. Aufgrund der expliziten Bitte der betroffenen Personen hatte bei der Trennung der Schutz der Betroffenen oberste Priorität, die auch weiterhin anhält."

Damit bestätigt der HSV im Grunde, dass die bei Kuntz' Ausscheiden angeführten "familiären" Gründe nur vorgeschoben waren.

"Stefan Kuntz hat auf dieser Grundlage und insbesondere in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Trennung zum 31.12.2025 zugestimmt", heißt es weiter. "Er war dabei anwaltlich vertreten. Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat hat Herr Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt. Vor dem dargestellten Hintergrund sind die Vorwürfe einer 'Verleumdungskampagne' gegen Stefan Kuntz klar unzutreffend und irreführend."

Kuntz weist Anschuldigungen zurück

Nach dem Bekanntwerden des Bild-Berichts hatte Kuntz sich via Instagram zu Wort gemeldet. "Erst einmal möchte ich sagen, dass mich die Vorwürfe hart treffen", heißt es dort. "Klar ist: Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück! Im Sinne meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen habe ich meine Anwälte (Kanzlei Schertz Bergmann) darum gebeten, gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen."

Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.


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