Größte Winter-Überraschung der Liga? Lobeshymnen auf Köln-Neuzugang

Die Winter-Leihe von Jahmai Simpson-Pusey sorgte bei einigen Kritikern für Zweifel. Doch der junge Innenverteidiger hat sich beim 1. FC Köln in überraschend kurzer Zeit etabliert.
Jahmai Simpson-Pusey hat sich beim Effzeh sofort festgespielt
Jahmai Simpson-Pusey hat sich beim Effzeh sofort festgespielt / Soccrates Images/GettyImages
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Der Name Jahmai Simpson-Pusey dürfte dem durchschnittlichen Bundesliga-Zuschauer bis vor wenigen Tagen noch kein Begriff gewesen sein. Mit dem 20-jährigen Innenverteidiger stieß kurz nach Neujahr ein Spieler zum 1. FC Köln, dessen Vita sich dank seiner Ausbildung bei Manchester City auf den ersten Blick zwar vielversprechend liest. Doch auf den zweiten Blick fällt jedoch auf, dass er zuletzt bei Celtic Glasgow praktisch keine Rolle spielte. In der ersten Saisonhälfte kam Simpson-Pusey bei den Schotten auf zwei mickrige Einsätze, weshalb die Leihe im Winter abgebrochen wurde, ehe die Kölner auf Manchester City zugingen und den Leih-Deal schnell finalisierten.

Effzeh-Trainer Lukas Kwasniok wollte den vergleichweise unerfahrenen Abwehrspieler langsam an das Team heranführen, wurde aufgrund der Personalsituation in der Kölner Defensive dann aber doch dazu gezwungen, ihn ins kalte Wasser zu werfen. Obwohl Simpson-Pusey bislang kaum die Gelegenheit hatte, mit seiner neuen Mannschaft zu trainieren, stand er schon dreimal für die Geißböcke in der Startelf - und zeigte drei ordentliche bis gute Leistungen.

Spätestens nach dem 2:1-Sieg gegen Mainz 05 am vergangenen Wochenende ist allen Beteiligten klar geworden, dass Simpson-Pusey tatsächlich die erhoffte und dringend benötigte Soforthilfe für die Abwehr sein kann. Nicht wenige sprechen beim Engländer von der bislang größten Winter-Überraschung der Bundesliga.

Kwasniok bedankt sich für Simpson-Pusey-Transfer - Auch Kessler & Schwäbe schwärmen

Wie Kwasniok nach dem wichtigen Erfolg gegen die Rheinhessen (via kicker) verriet, habe Simpson-Pusey zunächst noch nach "Orientierung gesucht", diese aber offenbar schnell gefunden. "Mittlerweile kennt er immerhin die Namen der Jungs. Er muss kaum sprinten, weil er die Situationen sehr gut erahnt und dadurch mit einer stoischen Ruhe lösen kann", schwärmte der Trainer und bedankte sich sogar: "Ein sehr guter Transfer, danke schön an alle beteiligten Personen."

Die Erwartungen von Sportdirektor Thomas Kessler, der ihn ja schließlich nach Köln holte, waren scheinbar nicht gerade gering. "Er hat eine hohe Qualität, das wussten wir vorher", erklärte der Ex-Torhüter und lobte weiter: "Bei Manchester City hat er in einem Starensemble schon seine fußballerische Qualität gezeigt. Es ist schon beeindruckend, dass er hier in so einem Stadion seinen Mann steht. Man merkt ja auch, dass ihn die Jungs mit Ball suchen und in kürzester Zeit ein hohes Vertrauen entstanden ist."

Lob gibt es daher zurecht nicht nur von den Verantwortlichen, sondern auch von den Mitspielern wie Kapitän Marvin Schwäbe. "Er macht drei Spiele, für die wir einfach Danke sagen können. Dass er jetzt so reingepasst hat, spricht für sich und für ihn."

Nach dem gelungenen Einstand in der Domstadt steigen automatisch auch die Erwartungen an Simpson-Pusey. Für ihn besitzen die Geißböcke dem Vernehmen nach am Ende der Saison sogar eine Kaufoption. Wenn er in den kommenden Wochen und Monaten so weitermacht, dürfte sich die Frage nach der Aktivierung dieser Klausel nicht stellen.


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